iOS & macOS: Bald kein Kalender-Spam mehr

Viele Apple-Nutzer werden es kennen: Immer wieder tauchen Termine im Kalender der beiden Betriebssysteme auf, die sie nicht selbst eingetragen haben. Apple will aktiv gegen diese Art von Spam vorgehen. Völlig unklar ist jedoch, ob Apple hierbei überhaupt Erfolg haben kann, ohne eine ganze Funktion entfernen zu müssen.

Das Problem grenzt an eine Epidemie. Ganze Foren sind voll mit Fragen und Tipps, wie man den Kalender-Spam vermeiden kann. Eine wirkliche Lösung hat jedoch niemand. Denn das Problem ist ein grundlegendes Feature von Apples Betriebssystemen.

Apple hat dieses Feature mit iOS 9 und OS X 10.11 El Capitan eingeführt. Seit diesen Betriebssystemversionen kann der Kalender Termine, Aufgaben und Ereignisse in anderen Apps entdecken und im Kalender eintragen. So landen zum Beispiel Fluginformationen aus der Bestätigungs-E-Mail automatisch in der Kalender-Anwendung. Allerdings kann dies auch für Spam ausgenutzt werden.

Die Versender unerwünschter Werbung stießen nämlich darauf, dass sie Kalendereinladungen direkt an die iCloud-Adresse eines Nutzers senden und so ihre Spam-Inhalte direkt in den Kalender bringen können. Darüber hinaus stören solche spammigen Einladungen auch noch, indem sie im Benachrichtigungszentrum auftauchen. Ein Termin kann etwa zum angeblich günstigen Kauf von Marken-Sonnenbrillen einladen.

Jede Aktion bestätigt aktive E-Mail-Adresse

In die Zwickmühle bringt Apple-Nutzer jetzt, dass sie mit jeder möglichen Reaktion dem Absender verraten, dass es sich um eine aktiv genutzte Adresse handelt. Egal welche der in der Kalender-App verfügbaren Optionen – Annehmen, Vielleicht oder Ablehnen – sie wählen, der Absender erhält immer eine Rückmeldung dazu. Dieser könnte also erst richtig aufdrehen und eine Flut weiterer Spam-Einladungen an eine so verifizierte Adresse senden.

Spam (Bild: Shutterstock)

Spam (Bild: Shutterstock)

Vielfach empfohlene Methoden, dieses Problem zu umgehen, sind nach gründlicher Erprobung des Sicherheitsexperen Thomas Reed von Malwarebytes nicht unbedingt zielführend. Ein gängiger Tipp lautet etwa, die unerwünschten Spam-Einträge in einen temporären Kalender zu verschieben und später diesen Kalender mit der Vorgabe „ohne Benachrichtigung“ zu löschen. Bei Reeds tagelangen Tests auf macOS und iOS gingen dennoch Benachrichtigungen an den Absender. Auch eine oft angeratene Kalender-Einstellung auf iCloud brachte nicht den erhofften Erfolg und verhinderte nicht, dass eine Einladung in der Kalender-App auftauchte.

Apple hat das Problem inzwischen eingeräumt und will Maßnahmen dagegen ergreifen. „Wir bedauern, dass einige unserer Nutzer Spam-Kalendereinladungen erhalten“, heißt es in einer knappen Stellungnahme. „Wir gehen das Problem aktiv an, indem wir verdächtige Absender und Spam in den versandten Einladungen identifizieren.“

Als gute Nachricht sieht Malwarebytes an, dass keine Malware im Spiel ist. Mangels idealer Lösungen sei auf wirksame Maßnahmen von Apple zu hoffen: „Das wird wahrscheinlich einige Zeit benötigen sowie ein Update für macOS und iOS, um eine Anti-Spam-Kontrolle im Kalender zu implementieren.“

[Mit Material von Andreas Donath, Ubergizmo.de]

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