Dänemark: Apple darf defekte iPhones nicht gegen aufbereitete Geräte tauschen

Apple darf in Dänemark neu gekaufte iPhones, die sich nach einem Schaden innerhalb der Garantie nicht beheben lassen, nicht gegen aufbereitete Geräte austauschen. Zu dieser Entscheidung ist ein dänisches Gericht gelangt. Das Unternehmen muss dem betroffenen Kunden innerhalb der vorgeschriebenen Garantiezeit von 24 Monaten stattdessen ein neues Gerät anbieten. Dies berichtet AppleInsider.

Laut den drei Richtern könnten so genannte Refurbished-Geräte gebrauchte Teile enthalten. Dadurch würde das getauschte Gerät nicht den Erwartungen des Kunden an ein Neugerät genügen. Hinzu komme, dass eine aufbereitetes Gerät einen niedrigeren Verkaufspreis als ein repariertes Neugerät erziele. Die Tatsache, dass das defekte Gerät des Kunden zum Zeitpunkt der Reparatur ebenfalls nicht mehr neu war, spielte dem Bericht zufolge bei der Urteilsfindung keine entscheidende Rolle.

Anlass der Klage war der Fall des Kunden David Lysgaard. Der hatte vor fünf Jahren ein iPhone 4 gekauft und dieses knapp ein Jahr später reklamiert. Daraufhin habe er ein Ersatzgerät erhalten, das der Hersteller als „neu“ bezeichnete. Später war ihm aufgefallen, dass es sich bei dem vermeintlich neuen iPhone um aufgearbeitetes Gerät handelt.

iPhone 6 Plus (Bild: Sarah Tew/CNET)

Sind aufbereitete iPhones so gut wie neu?

Apple hatte argumentiert, da die von ihm selbst aufbereiteten Geräte so gut wie neu seien. Damit erfülle es die Anforderungen des dänischen Gesetzes. Bei seiner Klage wurde Lysgaards Klage von der dänischen Verbraucherschutzorganisation Consumer Complaints Board unterstützt. Apple wollte das Urteil laut AppleInsider nicht kommentieren. Das US-Unternehmen kann die Entscheidung noch anfechten.

Eine ähnliche Auseinandersetzung droht Apple offenbar auch in den USA. Eine im Juli eingereichte Sammelklage unterstellt auch dort, dass Refurbished-Geräte nicht „neu“ sind und von daher auch kein angemessener Ersatz für ein neues iPhone. Die Anwälte der Kläger beschreiben ein Refurbished-Gerät als „ein gebrauchtes Gerät, das so verändert wurde, dass es wie neu erscheint“. Es entspreche deswegen weder in Bezug auf die Haltbarkeit noch auf die Funktionalität einem Neugerät.

Hierzulande muss zwischen Apples Herstellergarantie – für die Apples eigene Regeln gelten – und der gesetzlichen Gewährleistung unterschieden werden. Letztere garantiert einem Verbraucher ein Recht auf Nachbesserung innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren. Allerdings gilt das Recht nur für Mängel, die schon beim Kauf bestanden, und nur gegenüber dem Verkäufer. Zudem muss der Verbraucher dem Verkäufer nachweisen, dass der Mangel schon bei der Auslieferung bestand. In den ersten sechs Monaten gilt allerdings eine Beweislastumkehr – der Verkäufer müsste also nachweisen, dass der Mangel erst nach dem Verkauf eingetreten ist, um sich der Gewährleistungspflicht zu entziehen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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