BlackBerry stellt keine „BlackBerrys“ mehr her – Marke an TCL lizenziert

BlackBerry war einmal einer der Großen im Smartphone-Geschäft. Diese Zeiten sind aber nun endgültig vorbei. Denn das kanadische Unternehmen hat seine Smartphone-Marke „BlackBerry“ an den chinesischen Hersteller TLC lizenziert.

TLC hat in der Vergangenheit bereits Smartphones im Auftrag von BlackBerry hergestellt. Darunter beinfinden sich beispielsweise die aktuellen Android-Smartphones DTEK50 und DTEK60. Nun darf TLC aber auch BlackBerry-Smartphones in Eigenregie planen, bauen und verkaufen. Auf den Geräten wird dann aber auch Software zum Einsatz kommen, die von BlackBerry entwickelt und vertrieben wird.

Bereits vor einigen Monaten hatte BlackBerry diesen Schritt angekündigt. Nachdem das Unternehmen als Smartphone-Hersteller in der Bedeutungslosigkeit versunken war, wollte es diese Sparte einstellen. Stattdessen wollen sich die Kanadier nun auf Sicherheits- und Business-Software konzentrieren.

TCL kümmert sich damit um das Design und alle Verkaufs- und Vertriebsmaßnahmen kommender Blackberry-Smartphones. Blackberry selbst wird nach eigenen Angaben seine Sicherheits- und Softwarelösungen weiterentwickeln und pflegen und auch seine Kunden direkt unterstützen. „Die Vereinbarung mit TCL Communication ist die erste weltweite Lizenzvereinbarung von BlackBerry und baut die bestehende Partnerschaft weiter aus“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir bei TCL Communication wollen die besten Portfolio-Lösungen entwickeln und gleichzeitig die gleichberechtigte Unterstützung für Kunden und Geschäftsanwender sicherstellen, die der Kombination aus der Android-Plattform, der Integrität der BlackBerry-Geräte und der führenden Rolle der Marke im Bereich Sicherheit vertrauen“, sagte TCL-CEO Nicolas Zibell. „Zusammen mit der BlackBerry Smartphone-Plattform wird diese Partnerschaft unsere Führungsrolle im weltweiten Mobil-Markt stärken.“

TCL sie „die natürliche Wahl“

Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit bei den Modellen DTEK50 und DTEK60 sei TCL „die natürliche Wahl“, um die Marke Blackberry und die zugehörige Software weltweit zu lizenzieren, ergänzte Ralph Pini, General Manager von Blackberrys Mobilsparte. „Jetzt kombinieren wir unsere einzigartige Expertise bei mobiler Sicherheit und Software mit der großen Reichweite und dem breiten Kundenzugang von TCL.“

BlackBerry DTEK60 (Bild: BlackBerry)

BlackBerry DTEK60 (Bild: BlackBerry)

Im Jahr 2009 war Blackberry mit rund 20 Prozent weltweitem Marktanteil der zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen, hinter Nokia. Heute liegt sein Anteil deutlich unter einem Prozent. Auch ein letzter Versuch mit Android statt dem eigenen, QNX-basierten Betriebssystem Blackberry OS konnte das Interesse nicht mehr entscheidend beleben.

Ob die Partnerschaft mit TCL die erhoffte Kehrtwende bringt, bleibt abzuwarten. Weltweit gehört TCL laut IDC zu den zehn führenden Smartphoneanbietern. In Nordamerika ist es sogar der viertgrößte Produzent. Auf dem deutschen Markt ist das Unternehmen, das auch Unterhaltungs- und Haushaltselektronik anbietet, unter anderem mit den Marken TCL (Fernseher, Klimageräte), Thomson (Fernseher, Audioprodukte) und Alcatel (Smartphones, Tablets) vertreten.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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