Zieht Apple in die USA? Folgen ihm seine chinesischen Zulieferer?

Sollte Apple tatsächlich einen Teil seiner Produktion in die USA verlagern, dann wollen sich dem Konzern einige seiner asiatischen Zulieferer nicht anschließen. Der Grund liegt auf der Hand: Sie fürchten um ihre Profite.

Apple scheint sich tatsächlich von den Steuerversprechen des designierten Präsidenten Donald Trump locken zu lassen. Das Unternehmen aus Cupertino erwägt, die Produktion seiner iPhones in den USA anzusiedeln. Laut Berichten mehrerer Medien, darunter die Nachrichtenseite Nikkei Asian Review, soll Apple bereits die Kosten prüfen, die mit der Verlegung eines Teils der iPhone-Produktion von China in die USA einhergehen würden. Doch die chinesischen Zulieferer des US-Konzerns wollen offenbar nicht mitziehen, wie der taiwanische IT-Nachrichtendienst Digitimes am gestrigen 28. Dezember 2016 meldet.

(Bild: News.com)

Während das taiwanische Unternehmen Foxconn Verlagerungspläne ernsthaft prüfen will, hat der taiwanische Zulieferer Pegatron dem Vorhaben bereits eine Absage erteilt. Für den Konzern sind die Lohn- Betriebskosten in den USA schlicht zu hoch.

Auch das chinesische Unternehmen Lens Technology, das für Apple das Abdeckglas für das iPhone-Display produziert, soll Apple nicht in die Vereinigten Staaten folgen wollen. Obwohl hier die Grundstückpreise und Energiekosten niedriger seien als in China, würde sich eine Produktionsverlagerung aus diversen anderen Gründen nicht rentieren.

US-Arbeiter sind zu teuer

Lens Technology beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiter, von denen alle weniger als 45 Jahre alt sind. In den USA sind die meisten Beschäftigten in der Technik-Branche älter. Laut Digitimes führt das chinesische Unternehmen dies als Grund dafür an, in der Heimat zu bleiben.

Hinzu komme, dass in China die Lohnkosten niedriger seien. Und: in den USA seien die Arbeiter unflexibler, was die Arbeitszeiten angeht. Im Klartext heißt das wohl nichts anderes, als dass Lens Technology in China weiter seine Profite auf den Rücken seiner Arbeiter einfahren will, die hier für weniger Geld mehr arbeiten dürfen.

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Wie hart die Arbeitsbedingungen in China sind, zeigt auch das Beispiel Foxconn. Bei einem der größten Elektronik-Hersteller der Welt hat es zuletzt immer wieder wegen den hier herrschenden Arbeits- und Lohnverhältnissen Proteste und Selbstmorde gegeben. Das taiwanische Unternehmen soll in seinen chinesischen Betrieben sogar Kinder beschäftigen.

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