Yahoo im Visier der Börsenaufsichtsbehörde SEC

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Security and Exchange Commission (SEC) ermittelt gegen Yahoo im Zusammenhang mit mehreren Hackerangriffen auf den Internetkonzern. Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, warum Yahoo die im vergangenen Jahr bekanntgewordenen Cyberangriffe verschleiert hatte, obwohl das Unternehmen davon wusste.

Wie das Wirtschaftsmagazin Wall Street Journal am gestrigen 22. Januar 2017 berichtet, soll die SEC bereits im Dezember vergangenen Jahres von Yahoo entsprechende Unterlagen zwecks Ermittlungen angefordert haben. Offenbar steht der seit geraumer Zeit schwächelnde Internetgigant im Verdacht, die Hackerangriffe und damit zusammenhängende Sicherheitsprobleme absichtlich geheimgehalten zu haben. Offenbar sollten laufende Übernahmeverhandlungen mit dem US-amerikanischen Telekommunikationskonzern Verizon nicht gefährdet werden.

Yahoo: Werbeanzeigen verbreiteten Malware

Yahoo musste im September vergangenen Jahres einräumen, dass es bereits 2014 einen massiven Hackerangriff auf das Unternehmen gegeben hatte. Dabei waren die Daten von mindestens 500 Millionen Kunden gestohlen worden. Drei Monate später kam ein weiterer Cyberangriff ans Tageslicht. Der fand bereits 2013 statt und zielte auf mehr als einer Milliarde Nutzerkonten. Außerdem war im vergangenen Jahr bekanntgeworden, dass Yahoo im Auftrag von US-Sicherheitsbehörden, mehrere Hundert Millionen Kunden-E-Mails durchsucht hatte.

Werden die SEC-Ermittlungen die Übernahmeverhandlungen behindern?

Alle diese Skandale hatten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Übernahmeverhandlungen zwischen Yahoo und dem potenziellen Käufer Verizon. Letzterer gab sein Interesse an den Internet-Pionier zwar nicht auf, soll laut Medienberichten jedoch einen massiven Preisnachlass gefordert haben. Demnach soll der Konzern nicht mehr 4,8 Milliarden Dollar für Yahoo bieten wollen, sondern rund eine Milliarde Dollar weniger.

Vor knapp zwei Wochen war bekanntgeworden, dass Yahoos Internetgeschäft an Verizon geht. Die Reste des Unternehmens wird unter dem Namen Altaba firmieren. Konzernchefin Marissa Mayer sowie weitere Führungskräfte im Verwaltungsrat, darunter Unternehmensgründer David Filo, werden den Konzern nach dem Verkauf verlassen. Die nun bekanntgewordenen Ermittlungen von Security and Exchange Commissio drohen den Deal einmal mehr zu torpedieren.

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