Digitalisierung der Arbeitswelt: Deutsche Unternehmen verlieren Anschluss

Deutsche Unternehmen drohen, im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt den Anschluss an die Entwicklung zu verlieren. Das hat eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad ergeben.

Demnach sind zwar 68 Prozent der deutschen Arbeitnehmer überzeugt, dass kein Weg an einer digitalen Strategie ihres Arbeitgebers vorbeiführt. Doch nur 52 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass das eigene Unternehmen für eine Umstellung auf die Digitalisierung der Arbeitswelt gerüstet ist. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Unternehmen in anderen Ländern nehmen das Thema deutlich ernster.

Digitalisierung des Arbeitsmarktes: Deutsche Unternehmen verlieren Wettbewerbsanschluss

Digitalisierung des Arbeitsmarktes: Deutsche Unternehmen verlieren Wettbewerbsanschluss (Grafik: Randstad Deutschland)

In den Niederlanden etwa sind bereits 80 Prozent der Angestellten überzeugt, dass Maßnahmen in Richtung Digitalisierung notwendig sind. Norwegen kommt auf einen Wert von 81 Prozent. Spitzenreiter sind die Portugiesen. 93 Prozent der Arbeitnehmer des südeuropäischen Landes glauben, dass es einer digitalen Strategie bedarf.

Deutlich höher sind in anderen Ländern auch die Zahlen hinsichtlich des digitalen Status quo. 65 Prozent der Niederländer glauben, dass ihre Firmen gut auf die digitalen Herausforderungen vorbereitet sind. Von den norwegischen Angestellten sind 64 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass ihre Chefs über eine Digitalstrategie verfügen. Bei den Portugiesen herrscht dagegen eine große Kluft zwischen Einsicht in Handlungsbedarf und Vertrauen in ihre Vorgesetzte. Nur 58 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen eine digitale Strategie entwickelt hat.

Deutsche Unternehmen sollten handeln, sonst werden sie abgehängt

Das Arbeitsbarometer sollten deutsche Unternehmen also als Weckruf verstehen, wollen sie in Zeiten der Globalisierung langfristig wettbewerbsfähig bleiben. „Die Entwicklung und Umsetzung einer digitalen Unternehmensstrategie wird eine der wichtigsten Herausforderung für Unternehmen in 2017“, sagt Lars Hewel, Director Business Intelligence, Concepts & Strategy bei Randstad. „Hier gilt es, Prozesse zu strukturieren, Mitarbeiter weiterzubilden sowie Ansprechpartner zu sein, um Probleme frühzeitig zu erkennen und schnell und flexibel durch passende Maßnahmen zu lösen.“

Die vorliegenden Werte ergeben sich aus Online-Befragungen in 33 Ländern. In Deutschland wurden 400 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus unterschiedlichen Branchen befragt.

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