+Lichtlijn: Niederlande testet Bodenampel für Smartphone-Nutzer

Klar, das Smartphone hat unseren Alltag in vielerlei Hinsicht bereichert. Was vielen Menschen aber nicht hinreichend genug bewusst ist: Es stellt auch eine Gefahrenquelle für Leib und Leben dar. Wenn ein Nutzer etwa seine Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr weg aufs Display seines Handys richtet, droht er in einen gefährlichen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die niederländische Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen HIG Traffic Systems nun ein Pilotprojekt namens +Lichtlijn (zu Deutsch: +Lichtlinie) gestartet. Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als eine Bodenampel für unaufmerksame Smartphone-Junkies.

LED-Lichtstreifen an einer Ampel in der niederländischen Kleinstadt Bodegraven warnt Smartphone-Nutzer vor dem Verkehr

LED-Streifen an einer Ampel in der niederländischen Kleinstadt Bodegraven warnt Smartphone-Nutzer vor der Kreuzung (Bild: Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk)

Wer seit dem gestrigen 14. Februar im Südosten der niederländischen Kleinstadt Bodegraven unterwegs ist, stößt an der Kreuzung der Straßen Goudseweg und Vrije Nesse auf einen LED-Lichtstreifen am Boden. Die „Lichtlinie“ ist sowohl bei Dunkelheit als auch am helllichten Tag zu sehen. Sie ist mit der Ampel gekoppelt und wie diese entweder in rotes oder grünes Licht geschaltet. Das Umschalten auf die jeweils andere Farbe wird durch ein auffälliges Blinken signalisiert. Ihr Zweck: Fußgänger, die sich beim Nähern der Kreuzung auf ihr Smartphone schauen, auf die jeweilige Farbe der Ampel aufmerksam zu machen.

„Passanten lassen sich immer mehr von ihren Smartphones ablenken“, erklärt Kees Oskam, Ratsmitglieder der Stadt, in einem Pressestatement. „Die Attraktivität von sozialen Medien, Spielen, WhatsApp und Musik ist groß, führt aber dazu, dass der Nutzer vom Verkehr abgelenkt ist. Dieser Trend können wir als Regierung nicht aufhalten, aber wir können ihn antizipieren“, so Oskam.

Ist das +Lichtlijn-Projekt ausbaufähig?

Noch befindet sich das +Lichtlijn-Projekt in einer Testphase. Sollte es sich bewähren, soll es flächendeckend in Bodegraven sowie auf andere niederländische Städte ausgeweitet werden. Die Resonanz der Einwohner ist bis jetzt positiv. Vor allem angrenzende Schulen sollen laut dem Statement der Gemeinde begeistert von der Idee sein.

Die Idee der Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk ist nicht neu. Auch andere Länder und Städte experimentieren mit verschiedenen Möglichkeiten, um auf die neue Gefahr im Zeitalter von Smartphone, Internet und sozialen Medien zu reagieren. Im bayerischen Augsburg hatten die Stadtwerke bereits im April 2016 ähnliche LED-Leuchten an Straßenbahn-Haltestellenübergängen installieren lassen. Die chinesische Stadt Chongqing testet Farbstreifen am Gehsteig, die Smarthone-Nutzer von anderen Passanten trennen soll.

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