Sexismus: Ehemalige Angestellte erhebt schwere Vorwürfe gegen Uber

Herrscht beim Fahrdienst-Vermittler Uber eine Kultur des Sexismus? Das jedenfalls behauptet die ehemalige Angestellte des US-amerikanischen Unternehmens, die Software-Entwicklerin Susan Fowler, in einem Blog. Firmenchef Travis Kalanick reagiert auf die Vorwürfe und kündigt ein hartes Durchgreifen an.

Wie Fowler in ihrem am vergangenen Wochenende veröffentlichten Blog schreibt, seien ihr während ihrer 14-monatigen Anstellung bei Uber einige „seltsame“ Dinge widerfahren. Am ersten Tag in einem neuen Team habe ihr Vorgesetzter ihr eine Reihe von E-Mails geschickt, in denen er ihr ein eindeutiges Sex-Angebot gemacht haben soll.

Uber testet in Pittsburgh selbstfahrende Taxis

Als Fowler sich bei der Personalabteilung und dem Management beschwerte, sollen diese nicht angemessen reagiert haben. Man habe sie vor die Wahl gestellt: Entweder sie wechselt die Abteilung oder sie bleibt. Im zweiten Fall würde ihr Chef ihr eine schlechte Bewertung geben, wogegen sie nichts tun könnten. Fowler blieb zunächst, wechselte dann tatsächlich das Team.

In den nächsten Monaten habe sie mehrere Frauen getroffen, die eine „ähnliche“ Erfahrung gemacht hätten. Der gleiche Manager, von dem es seitens der Personalabteilung geheißen hatte, er hätte zum ersten Mal eine Frau belästigt, soll auch sie bedrängt haben. Zudem fügte Fowler hinzu, dass sie nicht das letzte Opfer des Mannes gewesen sei. Nachdem sie das Team gewechselt habe, soll sich eine weitere Frau über ihn beschwert haben – mit dem gleichen Resultat wie in ihrem Fall.

Machtkämpfe wie bei „Game of Thrones“

Außerdem weist Fowler auf Machtkämpfe innerhalb des Unternehmens hin. Manager würden ihre Vorgesetzten untergraben, um ihre Positionen einzunehmen. Das würde nicht hinter verschlossenen Türen passieren, vielmehr würden man darüber in Gegenwart von Mitarbeitern prahlen. Diese „Game of Throne“-ähnlicher Krieg hätte „bedeutende“ Auswirkungen auf das Unternehmen. Nicht nur blieben Projekte unerledigt, es führe auch zu organisatorischem Chaos.

Während Fowlers interne Beschwerde auf taube Ohren stieß, könnte ihr öffentlicher Blog Konsequenzen nach sich ziehen. Uber-Chef Travis Kalanick kündigte auf seinem Twitter-Account an, gegen Sexismus in seinem Unternehmen vorzugehen. Was Fowler beschreibe, sei „abscheulich“ und verstoße gegen alles, an das man bei Uber glaube, schreibt der Unternehmer am heutigen 20. Februar. Jeder, der glaube, eine solches Verhalten sei in Ordnung, werde gefeuert.

Uber sorgte in den vergangenen immer wieder für Negativschlagzeilen. Vor wenigen Wochen geriet das Unternehmen in Kritik, als es half, einen Streik der New Yorker Taxifahrer zu brechen. Auch CEO Kalanick zog den Unmut der Öffentlichkeit auf sich, als er dem Wirtschaftsrat des US-Präsidenten Donald Trump beitrag. Nach der Kritik verließ er den Posten wieder.

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