Experten-Prognose: Apple wird in fünf Jahren einen Oscar gewinnen

Während Amazon und Netflix mit ihrem Film- und Serienangeboten immer größere Spuren in der Unterhaltungsindustrie hinterlassen, hinkt Apple nach wie vor hinterher. Zwar ist der kalifornische Konzern bemüht, sich ein Standbein in der Film-und Fernsehbranche aufzubauen. Doch noch steht er diesbezüglich auf wackeligen Füßen. Das soll sich jedoch in absehbarer Zeit ändern. Laut dem Wall-Street-Analysten Gene Munster wird Apple sehr bald sogar ein ernstzunehmender Oscar-Player werden.

„Wir glauben, dass Apple in den nächsten fünf Jahren einen Oscar gewinnen wird, schreibt Munster in einer Studie, die von seiner Firma Loup Venture durchgeführt wurde. Entscheidend für die Konkurrenzfähigkeit des iPhone-Herstellers gegenüber dem Streaming-Dienst Netflix und dem Onlineversand Amazon sei der Besitz exklusiver Inhalte, so Munster. Diesbezüglich sagt der Börsenexperte einen deutlichen Investitionsanstieg voraus, von „weniger als 200 Millionen US-Dollar heute hin zu 5 bis 7 Millionen“ in spätestens fünf Jahren.

Apple-Music-Logo (Bild: Apple

Apple-Music-Logo (Bild: Apple

Munster verweist auf die ersten Schritte Apples, Netflix, Amazon und Co. mit eigenen Inhalten Konkurrenz zu machen. Die eigenproduzierten Serien „Planet of the Apps“ und „Carpool Karaoke“ sollen noch dieses Jahr auf Apple Music veröffentlicht werden. Bei der erstgenannten Sendung handelt es sich um eine Casting-Show, in der die besten App-Entwickler gesucht werden. „Carpool Karaoke“ war Teil der CBS-Sendung „The Late Late Show“, in dem Moderator James Corden Prominente in einem Auto durch die Stadt kutschierte und mit ihnen bekannte Lieder sang. Das Konzept wird zu einer Serie mit mehreren halbstündigen Episoden ausgebaut.

So mischen die Streaming-Dienste die Filmbranche auf

Mit den beiden Sendungen habe Apple „den kleinen Zeh“ ins Wasser gesteckt, sagte Konzernchef Tim Cook zuletzt mit Bezug auf Apples Fokussierung auf TV-Inhalte. Man werde daraus lernen und von da aus loslegen, fügte er hinzu. Die Aussage Cooks steht indes im Widerspruch zu einer Ankündigung von Eddy Cue, der für die Onlinedienste des Unternehmens verantwortlich ist. Laut Variety soll dieser angedeutet habe, dass Apple keine Ambitionen habe, tiefer ins Geschäft mit TV-Inhalten einzusteigen.

Die Amazon-Produktion "The Salesman" des afghanischen Regisseurs Asghar Farhadi hat den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen

Der Amazon-Film „The Salesman“ des afghanischen Regisseurs Asghar Farhadi hat den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen (Bild: Prokino Filmverleih).

Sollte Appel dennoch mehr als nur einen Zeh ins Wasser der TV- und Kinoproduktionen stecken wollen, dann hat der Konzern gegenüber Netflix und Amazon großen Nachholbedarf. Die beiden Unternehmen konkurrieren mit ihren Eigenproduktionen längst mit traditionellen Filmstudios. Amazon hat mit „Manchester by the Sea“ und „The Salesman“ bereits zwei Oscar-Gewinner in der Tasche. Netflix sorgte bei der diesjährigen Oscarverleihung mit mehreren Nominierungen für Dokumentarfilme für Aufsehen. Zuletzt hat sich der Streaming-Dienst die Rechte für Martin Scorseses Gangsterdrama „The Irishman“ gesichert.

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