Facebook testet Dislike-Button – und enttäuscht Kritiker

Lange schon fordern Facebook-Nutzer einen Dislike-Button, um mit dem Symbol auch ihr Missfallen eines Beitrages im News Feed der Online-Plattform zum Ausdruck zu bringen. Bisher hat sich das Unternehmen geweigert, der Forderung nachzukommen. Doch nun feilt das Online-Netzwerk an einem Kompromiss. Es bringt endlich den Daumen-Runter-Knopf – allerdings mit einer kleinen und für Kritiker enttäuschenden Einschränkung.

Die Funktion „Facebook Reaktionen“ gibt es auf dem sozialen Netzwerk bereits seit geraumer Zeit. Ursprünglich konnten Nutzer einen Kommentar im News Feed mit einem Like-Button als „gefällt mir“ anklicken und damit ihre Zustimmung des Inhalts zum Ausdruck bringen. Nach und nach hat das Unternehmen auf Druck der Nutzer den Button um weitere Reaktionssymbole ergänzt. Mittlerweile gibt es sechs an der Zahl. Neben dem „gefällt mir“-Button können Nutzer einen Beitrag mit den Reaktionen „Liebe“, „haha“, „wow“, „traurig“ und „wütend“ kommentieren.

Facebook denkt über einen "Gefällt mir nicht"-Knopf nach (Bild: Facebook).

Nun testet Facebook endlich auch den Dislike-Button. Allerdings wird es diesen nicht im News Feed geben, sondern im Facebook-Messenger – also im Nachrichtenteil. Damit können Nutzer den Post eines Freundes im Gruppenchat auch mit einer Daumen-Runter-Reaktion bewerten – was für alle Gruppenmitglieder einsehbar sein wird. Dazu Facebook in einem Interview mit der Internetseite TechCrunch: „Wir arbeiten immer daran, den Messenger spaßiger und fesselnder zu machen“.

Facebook La La Land: Bloß keine negative Stimmung verbreiten

Dabei betont das Unternehmen, dass der Dislike-Button nicht als Bewertung eines Posts gedacht sei. Vielmehr sei das Symbol als Antwort „Nein“ auf eine bestimmte Anfrage oder ein Anliegen zu verstehen. Facebook-Nutzer würden in Gruppenchats nicht selten mit ihren Freunden Termine vereinbaren. Mit dem Daumen-Runter-Button soll die Planung von Terminen vereinfacht werden. Demnach bedeute der „Like“-Button „teilnehmen“, während der Daumen nach unten „nicht teilnehmen“ signalisiere.

In diesem Sinne hat sich auch mit dem neuen Feature kaum etwas an Facebooks Haltung geändert. Das Unternehmen hatte sich immer strikt geweigert, einen Daumen-Runter-Knopf einzuführen, um damit negative Stimmung auf seiner Plattform zu vermeiden. Ob und wann der Kompromiss für jeden Nutzer vorhanden sein wird, steht nicht fest. Laut Facebook würden derzeit nur ausgewählte Mitglieder an dem Test teilnehmen. Sollte es sich bewähren, dann könnte der Button zum Standard werden. Ob er irgendwann auch in den News Feed integriert wird, auch das bleibt abzuwarten.

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