Von Bild zu Uber: Kai Diekmann berät umstrittenen Fahrdienstleister

Nachdem Kai Diekmann Anfang dieses Jahres das Axel-Springer- Verlagshaus verlassen hat, kann sich der Ex-„Bild“-Herausgeber nun auf einen neuen Posten freuen. Er wird Berater beim US-Fahrdienstleister Uber.

Laut dem Online-Magazin t3n.de und Spiegel Online wird Diekmann Mitglied des sogenannten „Public Policy Advisory Board“ von Uber. Hier soll er künftig „kulturelle Übersetzungsarbeit“ zwischen dem erfolgreichen wie umstrittenen Unternehmen und der europäischen Politik leisten. Uber versteht das „Public Policy Advisory Board“ nicht als Lobbyarbeit zwischen Wirtschaft und Politik. Das Gremium sei vielmehr ein „interner Feedbackkanal“, so das Unternehmen.

Kai Diekmann

Kai Diekmann (Bild: Sir James)

Die Mitglieder des „Public Policy Advisory Board“ sollen sich einmal im Jahr in San Francisco treffen. Darunter befinden sich prominente wie illustre Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Verkehrsminister Ray LaHood, die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes, der Ex-Premierminister von Peru, Roberto Daniño und nicht zuletzt die saudiarabische Geschäftsfrau und Prinzessin Reema bint Bandar al-Saud.

Können die Berater Uber aus dem Image-Tief holen?

Uber hatte in der Vergangenheit immer wieder für Kontroversen gesorgt, weshalb die Berater des Unternehmens reichlich zu tun haben dürften. Im Februar dieses Jahres schrieb die Software-Entwicklerin Susan Fowler in einem Blog, dass bei Uber eine von Sexismus geprägte Unternehmenskultur herrsche. Im gleichen Monat geriet Firmenchef Travis Kalanick in die Kritik, nachdem im Internet ein Video aufgetaucht war, in dem er sich mit einem Uber-Fahrer stritt.

Für Unmut sorgt Uber aber auch mit seiner aggressiven Unternehmenspolitik. So wirft die Google-Schwesterfirma Waymo dem Fahrdienstleister in einer Klage Technologie-Klau vor. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ist das Angebot Uber Pop, bei dem Vermittlungen zwischen privaten Fahrern und Kunden angeboten werden, ganz oder teilweise verboten.

Kai Diekmann war Jahrelang beim Axel-Springer-Verlag angestellt, wo er Chefredakteur von „Welt am Sonntag“ und der „Bild“ war. Zuletzt war er Herausgeber der „Bild“-Gruppe.

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