Netflix und Amazon Studios zum ersten Mal in Cannes

Netflix und Amazon konkurrieren mit ihren Streaming-Plattformen nicht nur um die Gunst von Film- und Serienfans. Im Zuge ihrer strategischen Ausrichtung auf Eigenproduktionen kämpfen die beiden Unternehmen auch immer öfter um die wichtigsten Filmpreise. Dieses Jahr haben Netflix und Amazon Studios sogar Chancen auf die eine oder andere Palme. Denn zum ersten Mal sind ihre Filme im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes vertreten.

Netflix konkurriert auf dem wohl wichtigsten Filmfestival der Welt mit seinen beiden Produktionen „The Meyerowitz Stories“ und „Okja“ um die Palmen. Ersterer Film begann als Independent-Produktion. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich der Streaming-Dienst die Rechte an dem Film gesichert hat. Kult-Regisseur Noah Baumbach („Frances Ha“) erzählt darin die Geschichte einer sich entfremdeten Familie. Im Mittelpunkt stehen zwei erwachsene Geschwister, die mit dem Einfluss ihres Vaters auf ihr Leben hadern.

Noah Baumbach zeigt in Cannes seinen neuen Film "The Meyerowitz Stories"

Noah Baumbach zeigt in Cannes seinen neuen Film „The Meyerowitz Stories“ (Bild: MFA+ Film Distribution)

„Okja“ von „Snowpiercer“-Regisseur Bong Joon-ho entstand als Koproduktion von Netflix und den Filmstudios Plan B Entertainment, Lewis Pictures und Kate Street Picture Company. Der Abenteuerfilm handelt von der Freundschaft zwischen einem Mädchen und einem Tier namens Okja. In den Hauptrollen der US-südkoreanischen Produktion sind die Hollywoodstars Tilda Swinton, Paul Dano und Jake Gyllenhaal zu sehen.

Aber auch Amazon Studios wartet mit prominenten Namen vor und hinter der Kamera auf. In „Wonderstruck“ erzählt der Oscar-nominierte Regisseur Todd Haynes von zwei gehörlosen Kindern, die Jahrzehnte voneinander getrennt leben, aber durch ein mysteriöses Geheimnis miteinander in Verbindung stehen. In einer der Hauptrollen ist Oscar-Preisträgerin Julianne Moore zu sehen.

Die gefeierte britische Filmemacherin Lynne Ramsay präsentiert das Drama "You Were Never Really Here"

Die gefeierte britische Filmemacherin Lynne Ramsay präsentiert das Drama „You Were Never Really Here“ (Bild: EuroVideo Medien)

Die Rechte des Films „You Were Never Really Here“ hatte sich Amazon im Mai letzten Jahres in Cannes gesichert. Das Drama entstand unter der Regie der Festival-erprobten britischen Regisseurin Lynne Ramsay („We Need to Talk About Kevin“). In der Hauptrolle spielt Joaquin Phoenix einen Kriegsveteranen, der ein junges Mädchen aus den Fängen eines Menschenhändler-Rings befreien will.

Die Konkurrenz schläft nicht

Ob die Filme von Netflix und Amazon Studios in Cannes Chancen auf einen der Preise haben, steht indes in den Sternen. Die Wettbewerbs-Sektion ist gespickt mit hochkarätigen Kandidaten. Unter Anderen präsentieren Festival-Veteran Michael Haneke, der deutsche Regisseur Fatih Akin, die US-Regisseurin Sofia Coppola und der Franzose François Ozon ihre neuen Arbeiten.

Die 70. Ausgabe des Filmfestivals von Cannes wird am 17. Mai mit Arnaud Desplechins „Les fantômes d’Ismael“ eröffnet. Festivalende ist der 27. Mai mit der Vergabe der Palmen. Über die entscheidet die Jury unter dem Vorsitz des spanischen Filmemachers Pedro Almodóvar.

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