LGBTQ-freundlicher: YouTube verbessert eingeschränkten Modus

Nach zahlreichen Beschwerden aus der LGBTQ-Szene hat der Videodienst YouTube sein Filtersystem nachgebessert. Nun werden auch im „eingeschränkten Modus“ Videos mit Themen zu Homosexualität und Transgender angezeigt.

YouTube hatte den eingeschränkten Modus im Jahr 2010 eingeführt. Seit dem können Nutzer „mehr Kontrolle darüber haben, was ihnen auf YouTube angezeigt wird“, heißt es in einem Statement des Videodienstes. Der Modus ist optional und soll vor allem minderjährige Nutzer vor „unangemessenen“ Inhalten schützen. Das Problem: Die Filterfunktion blockierte auch Videos mit LGBTQ-bezogenen Themen.

YouTube (Bild: Google)

Viele Betroffenen haben sich darüber beschwert, deren Videos aber auch ganze Kanäle von der Seite verschwunden waren. Der Vorwurf: das Filtersystem betrachtet Inhalte mit homo-, bi- oder transsexuellen Themen automatisch als nicht kindertauglich und „unangemessen“.

Nun hat YouTube reagiert und die „unabsichtliche Filterung“ von LGBTQ-Inhalten im „eingeschränkten Modus“ wieder rückgängig gemacht, wie Johanna Wright, Produktmanagerin von YouTube am vergangenen Freitag mitteilte. Variety zitierte am gleichen Tag aus dem Statement. Nach der Korrektur des Fehlers seien wieder rund 12 Millionen Videos mehr auf der Plattform verfügbar, darunter auch Hundertausende mit LGBTQ-bezogenen Inhalten

Um das Filtersystem zu verbessern, will YouTube enger mit Organisationen und seinen Nutzern zusammenarbeiten. Wurde ein Video fälschlicherweise aus dem Dienst im „eingeschränkten Modus“ entfernt, kann man dies dem Unternehmen melden. Auf Grundlage des Feedbacks werde YouTube daran arbeiten, das System zu verbessern, so Wright.

Besondere Herausforderung: Videos mit sexuellen Inhalten

Im „eingeschränkten Modus“ werden unter anderem Videos unterdrückt, die den Gebrauch und Missbrauch von Drogen und Alkohol verherrlichen. Ferner werden Videos mit expliziter Darstellung von Gewalt entfernt. Das gilt auch für Inhalte, die Details über Gewaltakte wie Terrorangriffe, Kriegsverbrechen und politische Konflikte mit tödlichem Ausgang enthalten.

Eine besondere Herausforderung stellen Videos mit sexuellen Themen dar. Diese werden im „eingeschränkten Modus“ angezeigt, sofern sie einen aufklärerischen Zweck erfüllen. „Allzu detaillierte Gespräche“ über sexuelle Handlungen aber werden „sehr wahrscheinlich entfernt“, so Wright. Diesen feinen Unterschied dem Filtersystem beizubringen sei der Schlüssel für ein reibungsloses Funktionieren des Filtersystems, so die Managerin.

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