Studie zur NRW-Wahl: Politiker setzen auf soziale Medien

Immer mehr Politiker erkennen die Bedeutung von sozialen Medien im Kampf um Wählerstimmen. Siehe Donald Trump, der gerne auf Twitter sein Unwesen treibt. Deutsche Politiker wollen dem nicht nachstehen. Auch sie gehen auf Facebook und Co. auf Wählerfang. Bei der bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen kann man das sehr gut beobachten.

Wie eine Studie des Social-Media-Experten Felix Beilharz anlässlich der Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland ergeben hat, betreiben alle Parteien in Nordrhein-Westfalen Wahlkampf auf sozialen Netzwerken. Dabei nutzen sie alle Facebook, Twitter, Instagram und YouTube. Snapchat hat sich bei den nordrhein-westfälischen Parteien noch nicht richtig durchsetzen können. Auf der 2011 gegründeten Plattform sind nur die Linken und die Piraten aktiv.

FelixBeilharz.de/Felix Beilharz

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Anders sieht das Bild bei den Spitzenkandidaten der NRW-Wahl aus. Bei ihnen erfreut sich Facebook großer Beliebtheit, während die anderen Kanäle vernachlässigt werden. Für Studienleiter Beilharz ist dies ein Grund zur Warnung: „Die Kandidat/innen verpassen damit die Chance, auch die jüngeren Wähler gezielt anzusprechen, für die Facebook oft nicht mehr im Mittelpunkt steht“, stellt der Social-Media-Experte fest.

Der mit Abstand erfolgreichste NRW-Politiker in den sozialen Netzwerken ist Christian Lindner. Der FDP-Chef kommt bei Facebook, Twitter und Instagram auf weit über 220.000 Follower. Allein auf Facebook versammelt Lindner fast 120.000 Fans. Die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft zählt insgesamt rund 110.000 Anhänger auf Facebook und Co. Der AfD-Politiker Marcus Pretzell landet mit 31.340 Followern abgeschlagen auf Platz drei.

Volksparteien können Nutzer nicht begeistern

Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie: Die kleinen Parteien liegen in der Gunst der Nutzer von sozialen Netzwerken weit vor den großen Volksparteien. Auf Facebook kommt die nordrhein-westfälische AfD gar auf über 39.000 Follower. Zum Vergleich: Die SPD bringt es auf dem größten sozialen Netzwerk der Welt auf knapp über 11.000 Anhänger. Die CDU schafft etwas mehr als 9.500.

Auch auf Twitter schaffen es die großen Parteien nicht, die Social-Media-Nutzer für sich zu begeistern. Hier liegen die Piraten vorn, gefolgt von den Grünen und der FDP. Für Beilharz ist klar, was die Gründe für das schlechte Abschneiden der Volksparteien auf den sozialen Netzwerken sind: „Das kann am schärferen Profil der kleinen Parteien liegen, aber auch an polarisierenderen Inhalten und einem besseren Verständnis für das Social Web“, so der Experte.

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen findet am kommenden Sonntag, den 14. Mai statt. Sie gilt als Gradmesser für die Bundestagswahl im September dieses Jahres.

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