Ausländische Unternehmen zunehmend an deutschen Firmen interessiert

„Made in Germany“, dieses Siegel steht noch immer für Qualität. Das zeigt sich auch an der zunehmenden Beliebtheit deutscher Unternehmen im Ausland, die oft und gerne mit hiesigen Firmen fusionieren, sie übernehmen oder sich an ihnen beteiligen.

Wie die für Außenwirtschaft und Standortmarketing Deutschlands zuständige Gesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) errechnet hat, war es 2016 zu insgesamt 1707 Transaktionen genannter Art gekommen. Im vorausgegangenen Jahr waren es nur 413. „Deutschland ist hochattraktiv für ausländische Investoren“, sagte GTAI-Experte Thomas Bozoyan am heutigen Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie wollen am Aufschwung der deutschen Wirtschaft teilhaben oder sich Technologien sichern.“

PC-Fertigung bei Fujitsu in Augsburg

PC-Fertigung bei Fujitsu in Augsburg (Bild: Fujitsu)

Aus Großbritannien und den USA würden die meisten Interessenten an deutschen Firmen kommen. Rund zwei Drittel aller Transaktionen seien 20016 mit Firmen aus diesen beiden Ländern geschlossen worden, so GTAI. Überraschend ist, dass das wirtschaftlich aufstrebende China auf Platz fünf landet. Zwar ist das Interesse aus dem Land der Mitte nicht so hoch wie in den USA. Doch wenn sich die Chinesen entscheiden, mit deutschen Firmen Geschäfte zu machen, dann sitzt bei ihnen das Geld locker. „Die Chinesen nehmen sehr viel Geld in die Hand, um sich bei deutschen Unternehmen einzukaufen“, so Bozoyan.

Auch Investitionen auf einem Rekordhoch

Auch die Zahl der Investitionen in Deutschland erreicht ein historisches Hoch. Laut GTAI war es 2016 zu insgesamt 1944 Investitionen etwa in Form von Gründungen und Erweiterungen von Produktionsstätten oder Standortwechseln gekommen – so viele wie nie zuvor. Dabei soll eine Investitionssumme von mehr als 6,2 Milliarden Euro geflossen worden sein, während über 29.000 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden hätten. In puncto Investition liegt China mit 281 Projekten deutlich vorne, gefolgt von den USA (242 Projekte), der Schweiz (194), Großbritannien (125) und den Niederlanden (105).

Dabei lassen sich ausländische Firmen am liebsten in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen nieder, wie GTAI herausgefunden hat. Die erfolgreichsten Branchen sind Unternehmens- und Finanzdienstleistung sowie Informationstechnologie und Software.

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