Schwedische Justiz stellt Ermittlungen gegen Julian Assange ein

Sieben Jahre hat die schwedische Staatsanwaltschaft im Fall Julen Assanges ermittelt. Ergebnislos. Der Mitgründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks befindet sich bis heute in der ecuadorianischen Botschaft in London. Nun haben die Behörden das Verfahren eingestellt.

Die Anklage um die Generalstaatsanwältin Marianne Ny sieht „keine Möglichkeit“, dass Assange in Zukunft ausgeliefert werden könnte. Alle Anstrengungen, die Auslieferung zu erwirken, seien „unverhältnismäßig“, heißt es in einem Statement der Staatsanwaltschaft.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Bild: Charlie Osborne/ZDNet.com)

„Wir haben die Entscheidung, die Ermittlungen nicht weiterzuführen, nicht getroffen, weil wir alle Beweise in diesem Fall ausgewertet haben, sondern weil wir keine Möglichkeiten sehen, die Ermittlungen weiter voranbringen“, wird Ny von den Medien zitiert. Mit der Entscheidung sei keine „Aussage zur Schuld“ getroffen worden.

Assange: mit Vorsicht glücklich

Frei ist Assange damit aber noch lange nicht. Der Aktivist muss nun befürchten, von britischen Behörden festgenommen werden, sobald er die Botschaft verlässt. Der Vorwurf: Er war 2012 nicht zur polizeilichen Anhörung erschienen, womit er gegen Auflagen verstoßen habe.

Über das Einstellen des schwedischen Verfahrens dürfte sich Assange dennoch freuen. Auf Twitter hat der 45-Jährige heute ein Bild gepostet, auf dem er freudestrahlend lacht. Laut eines Vertreters aus Assanges Anwalt-Teams sei der WikiLeaks-Gründer „glücklich und erleichtert“, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel die namentlich nicht genannte Person zitiert. Das Einstellen des schwedischen Verfahrens sei ein „Sieg auf ganzer Linie“.

Julian Assange befindet sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Die schwedische Justiz warf ihm sexuellen Missbrauch zweier Frauen vor. Er hat dies immer bestritten und behauptet, Opfer einer politischen Verfolgung zu sein. Er befürchtete, dass Schweden ihn an die USA ausliefern würde, wo ihm der Prozess wegen Geheimnisverrats gemacht werden würde. WikiLeaks hatte seit 2010 Hunderttausende Unterlagen von US-Behörden veröffentlicht, wodurch Details zum Vorgehen der US-Armee in den Irak- und Afghanistan-Kriegen bekannt worden waren.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Schwedische Justiz stellt Ermittlungen gegen Julian Assange ein

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *