Nach Familientragödie: Zack Snyder zieht sich aus „Justice League“ zurück

Zack Snyder gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods. Vor allem im Genre der Comicverfilmung ist er eine weltweit anerkannte Koryphäe. Was bis vor kurzem kaum einer wusste: Privat war der Filmemacher vor wenigen Wochen mit einem schweren Schicksalsschlag konfrontiert. Nun zieht er sich vorübergehend aus der Branche zurück. Die Arbeit an dem fast fertiggestellten Superheldenfilm „Justice League“ wird ein Kollege beenden.

Snyders Tochter Autumn hatte sich im März dieses Jahres das Leben genommen. Sie war 20 Jahre alt. Der Regisseur drehte damals „Justice League“. Nach dem Vorfall hatte er sich eine kurze Auszeit genommen, bald darauf befand er sich wieder auf dem Film-Set. Es war eine „kathartische“ Entscheidung, „zurück zur Arbeit zu gehen“ und sich „in Arbeit zu verbgraben“, erklärte der Filmemacher nun in einem Interview mit dem Filmmagazin Hollywood Reporter.

Deborah und Zack Snyder bei der Premiere von "Watchmen - Die Wächter" in London

Deborah und Zack Snyder bei der Premiere von „Watchmen – Die Wächter“ in London (Bild: Paramount Pictures)

Dann sei er allerdings zu der Entscheidung gelangt, die Arbeit am Film niederzulegen Die Anforderung der Regiearbeit seien sehr groß, so Snyder. Daher habe er entschieden, sich von „Justice League“ zurückzuziehen, um mit seiner Familie und seinen Kindern zusammen zu sein, die ihn jetzt brauchen würden. Unterstützt wird Snyder bei der Trauerarbeit von seiner Ehefrau, der Produzentin Deborah Snyder, die sich ebenfalls ins Private zurückgezogen hat. Die beiden sind seit 2004 verheiratet und haben zwei Adoptivkinder. Snyders sechs leiblichen Kinder stammen aus früheren Beziehungen.

Mit Whedon nimmt ein Genre-Experte die Verantwortung

Mit dem Rückzug Snyders liegt es nun an Joss Whedon, „Justice League“ fertigzustellen. Die Dreharbeiten zum Superheldenfilm sind bereits abgeschlossen. Es fehlen einige Nachdrehs und die Postproduktion. Für Whedon markiert die Arbeit an dem Fantasy-Spektakel den nächsten Schritt in Richtung DC-Universum, nachdem er vor kurzem die Regie von „Batgirl“ übernommen hat. Der Filmemacher war zuvor Teil des sogenannten „Marvel Cinematic Universe“, für das er mit „The Avengers“ und der Fortsetzung „The Avengers 2: Age of Ultron“ zwei der erfolgreichsten Filme beigesteuert hat.

Snyder soll nach der Sichtung des Rohmaterials von „Justice League“ selbst entschieden haben, dass der Film einige Zusatzszenen braucht. Da diese in England gedreht werden sollten, entschied er, aus dem Projekt auszusteigen. Er hatte erkannt, dass er während der schwierigen Zeit sein Zuhause nicht verlassen könne, sagte er dem Hollywood Reporter. Er selbst holte Whedon an Bord, der die noch zu ergänzenden Szenen schreiben und inszenieren und anschließend die Postproduktion des Films überwachen soll.

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