Ermittlungen in Sachen Sexismus: Uber entlässt Mitarbeiter

Uber hat nach zahlreichen Sexismus- und Diskriminierungsbeschwerden zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Weitere Kündigungen drohen. Der Fahrdienst-Vermittler hatte eine interne Ermittlung eingeleitet, nachdem eine ehemalige Mitarbeiterin auf zahlreiche Missstände beim Unternehmen hingewiesen hatte.

Wie das Nachrichtenmagazin New York Times gestern unter Berufung auf einen Uber-Mitarbeiter berichtet, erfolgten die Entlassungen im Laufe der letzten Monate. Verantwortlich für die Ermittlung ist die Wirtschaftskanzlei Perkins Coie, die insgesamt 215 Beschwerden nachging. Dabei soll es sich bei 47 Fällen um sexuelle Belästigungen handeln. 54 Beschwerden würden in den Bereich Diskriminierung fallen. Darüber hinaus gebe Fälle unprofessionellen Verhaltens und Mobbing.

Uber testet in Pittsburgh selbstfahrende Taxis

Uber testet in Pittsburgh selbstfahrende Taxis

Als Konsequenz hat Uber insgesamt 20 Mitarbeiter entlassen. Dabei soll es sich laut New York Times um zum Teil hochrangige Führungskräfte handeln. Bei 57 Beschwerden dauern die Ermittlungen noch an. Insgesamt 100 Fälle bleiben ohne Folgen.

Stein des Anstoßes ist die Programmiererin und ehemalige Uber-Mitarbeiterin Susan Fowler. Sie hatte im Februar dieses Jahres in einem Blog geschrieben, dass bei Uber eine sexistische Unternehmenskultur herrsche. In ihrem Fall soll ihr ein Vorgesetzter schon am ersten Tag ihrer Anstellung ein Sexangebot gemacht haben. Darüber hinaus würden zwischen Mitarbeitern offene Machtkämpfe ausgetragen. Es gebe bei Uber einen „Game of Throne“-ähnlichen Krieg, schrieb sie, der „bedeutende“ Auswirkungen auf das Unternehmen habe.

Uber hat noch einiges aufzuräumen

Steht auch immer wieder im Kritik: Travis Kalanick

Steht auch immer wieder in der Kritik: Uber-Chef Travis Kalanick (Bild: Dan Taylor/Heisenberg Media)

Doch nicht nur mit seinem ethisch fragwürdigen Umgang mit seinen Mitarbeitern sorgt Uber immer wieder für Schlagzeilen. Auch für seine aggressive Wachstumsstrategie muss sich das Unternehmen verantworten. Mit Waymo befindet sich der Fahrdienst-Vermittler im Rechtestreit. Die Google-Schwesterfirma wirft Uber Datendiebstahl im Bereich autonomes Fahren vor. Aber auch Firmenchef Travis Kalanick trug zum Negativimage seines Konzerns bei. So war im Internet ein Video aufgetaucht, in dem er sich mit einem Uber-Fahrer heftig stritt. Darüber hinaus soll er sich selbst immer wieder abfällig über Frauen geäußert haben.

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