Mehrheit der Deutschen wünscht sich Gesetze gegen Fake News

Fake News im Netz ist neben dem Phänomen Hass-Kommentare das Thema, über das die Welt derzeit streitet. Soll es Gesetze dagegen geben? Oder führen gesetzliche Maßnahmen zu Unterdrückung der Meinungsfreiheit? Geht es nach dem Willen der Deutschen, so wären schärfere Regeln gegen sogenannte „alternative Wahrheiten“ im Internet durchaus angebracht.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) wünschen sich 80 Prozent der 1.000 befragten Männer und Frauen ab 14 Jahren grundsätzlich oder tendenziell Gesetze gegen Fake News. 86 Prozent wollen zumindest die Möglichkeit haben, als Nutzer Falschnachrichten schnell und einfach kennzeichnen zu können.

Mobiles Internet (Bild: Shutterstock/Peshkova)

Mobiles Internet (Bild: Shutterstock/Peshkova)

Die Befürwortung von Gesetzen gegen Missbrauch des Internets ist unmittelbare Folge eigener Erfahrung, wie die Studie weiter zeigt. Demnach hat mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) schon selbst Kontakt mit Fake News gehabt. Vor allem jüngere Nutzer können da ein Wörtchen mitreden. Von den 14- bis 21-Jährigen haben 77 Prozent angegeben, mit Falschinformationen bereits in Berührung gekommen zu sein. Bei den Über-60-Jährigen waren es 46 Prozent.

Die Jüngeren sind es auch, die empfänglicher sind für Fake News als ältere. So haben 62 Prozent der 14- bis 21-Jährgen verdächtige Nachrichten hinterfragt und sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Bei den Über-60-Järhigen haben nur 30 Prozent der Befragten mutmaßliche Fake News überprüft.

„So erfreulich es ist, dass jüngere Nutzer offenbar deutlich informationskompetenter sind, so beunruhigend ist das zunehmende Auseinanderdriften in der Gesellschaft“, kommentiert LfM-Direktor Tobias Schmid die digitale Schere zwischen Jung und Alt. „Wir müssen deshalb Erwachsene in ihrer Rolle als Mediennutzer noch stärker als bisher qualifizieren. Unser Ziel bleibt, alle Menschen medienkompetent zu machen. Wenn das nicht gelingt, droht eine weitere digitale Spaltung der Gesellschaft.“

 

Die meisten Menschen lassen Fake News nicht kalt. 62 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie Falschinformationen im Internet wütend machen. 35 Prozent verstehen die ganze Aufregung nicht, ebenso viele interessieren sich nicht für das Thema. Nur weniger aber glauben, dass Fake News keine Fake News nichts anderes als freie Meinungsäußerungen seien.

Führen Gesetze zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit?

Phänomene wie Fake News und Hasskommentare werden längst auch auf der politischen Bühne diskutiert. Bundesjustizminister Heiko Maas will Betreiber sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Co. mit dem sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetz zum verantwortungsvollen Umgang, will heißen: Löschen von moralisch fraglwürdigen Nachrichten zwingen. Nicht wenige Kritiker fürchten, dass man mit Gesetzen Zensur und massenhafte Löschung und damit die Unterdrückung der Meinungsfreiheit begünstigen würde.

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