Travis Kalanick tritt auf Druck der Investoren als Uber-Chef zurück

Eigentlich wollte sich Travis Kalanick nur vorübergehend als Chef von Uber zurückziehen. Doch am Ende wurde der Druck auf den Unternehmer zu groß. Nun muss er ganz zurücktreten, weil die Investoren es nicht anders haben wollen.

Wie das Nachrichtenmagazin New York Times heute berichtet, hätten fünf Anteilseigner an Kalanick einen Brief verfasst. In dem mit „Uber Moving Forward“ betitelten Schreiben hätten sie diesen aufgefordert, als Chef zurückzutreten, damit der Weg frei werde für eine grundlegende Unternehmensumstrukturierung. Mit dem Rücktritt bleibt der 40-Jährige weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats.

Steht auch immer wieder im Kritik: Travis Kalanick

Uber-Chef Travis Kalanick (Bild: Dan Taylor/Heisenberg Media)

Uber und Kalanick selbst haben den Rücktritt bestätigt. „Ich liebe Uber mehr als alles andere auf der Welt“, schreibt der Unternehmer in einem von der New York Times zitierten Statement. „In diesem schwierigen Moment in meinem persönlichen Leben habe ich die Forderung der Investoren akzeptiert, beiseite zu treten, damit Uber wieder zum Aufbauen zurückkehren und nicht durch einen weiteren Kampf abgelenkt ist.‘

Kalanick war zuletzt nicht nur als Uber-Chef immer stärker unter Druck geraten. Auch als Privatmensch hatte er mit Problemen zu kämpfen. Mit der Bemerkung „persönliche Probleme“ impliziert er den tragischen Verlust seiner Mutter, die bei einem Bootsunglück ums Leben kam. Sein Vater war bei dem Unfall schwer verletzt worden.

Auch der Verwaltungsrat hat die Entwicklung kommentiert. Demnach habe für Kalanick Uber immer „an erster Stelle“ gestanden. Mit seinem Rücktritt gebe er dem Unternehmen die Möglichkeit, „ein neues Kapitel“ einzuschlagen, heißt es in dem ebenfalls von der New York Times zitierten Statement.

Kalanick hatte nicht nur mit seinem aggressiven Führungsstil immer wieder für Aufsehen gesorgt. Auch gegen die umstrittene Unternehmenskultur bei seinem von ihm mitgegründeten Unternehmen hatte er nichts unternommen. Nach zahlreichen Beschwerden über sexuelle Belästigungen und einen ethisch fragwürdigen Umgang unter Mitarbeitern hatte der Verwaltungsrat eine interne Untersuchung angeordnet. Das Ergebnis: Der Untersuchungsausschuss hatte dem Unternehmen nicht nur grundlegende Probleme bescheinigt, sondern den Verantwortlichen auch diverse Verbesserungsvorschläge gemacht.

Weitere Maßnahmen für eine bessere Unternehmenskultur

Die Trennung von Kalanick dürfte ein Schritt in Richtung Umstrukturierung sein. Ein weiterer ist das Zugeständnis des Unternehmens an seine Fahrer. Nachdem diese schon lange und vergeblich die Einführung einer Trinkgeld-Option in der App gefordert hatten, wurde das Feature nun eingeführt. Die Neuerung ist gestern in Houston, Seattle und Minneapolis in Kraft getreten und soll bis Ende Juli auf alle Städte der USA ausgeweitet werden.

Kalanick hatte vergangene Woche im Zuge der Turbulenzen bei Uber angekündigt, eine vorübergehende Auszeit zu nehmen. Die Pause wollte er nutzen, um sich zu dem Chef zu entwickeln, den Uber und die Mitarbeiter verdienen.

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