Unterirdischer Verkehr: Elon Musks Boring Company bohrt ersten Tunnel in L.A.

Das Warten auf die Genehmigung für die Umsetzung von Elon Musks Tunnelverkehr-Visionen hat ein Ende. The Boring Company, das Unternehmen hinter dem Projekt, hat in Los Angeles mit dem Bau des Tunnelsystems begonnen und bereits einen Bauabschnitt fertiggestellt.

Das teilte der soziale-netzwerk-affine Musk heute auf seinem Twitter-Profil mit. Demnach sei das „Warten auf Godot“ zu Ende, schreibt der Unternehmer. Die Bohrarbeiten in Los Angeles hätten begonnen und der erste Abschnitt sei bereits fertiggestellt.

Die Ankündigung mutet zunächst etwas kryptisch an. Was hat das Tunnelsystem mit „Warten auf Godot“, dem bekanntesten Stück des 1989 verstorbenen irischen Schriftstellers Samuel Becket, zu tun? Nun, Musk scheint zu den literatur- und kunstbegeisterten Unternehmern zu gehören. Er hat den mächtigen, 1.200 Tonnen schweren und rund 120 Meter langen Bohrer schlicht nach Beckets Titelfigur benannt, die sich durch die seltsame Eigenschaft auszeichnet, dass sie auf der Theaterbühne nicht präsent ist und das „Warten“ zweier Charaktere auf ihr Erscheinen bis zuletzt vergeblich ist.

Das Motiv des Wartens auf ein Ereignis dürfte ausschlaggehend für die Namensgebung des Borers gewesen sein. Musk hatte Mitte Juni auf Twitter angekündigt, dass er sich mit dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, in Verhandlungen befinde zwecks Genehmigung der Bohrarbeiten. Offenbar schien sich das „Warten“ auf den Vertragsabschluss ähnlich aussichtslos zu gestalten wie das „Warten auf Godot“. Denn im gleichen Eintrag verwies der Unternehmer – fast schon resignierend – auf die sich offenbar schwierig gestaltenden Gespräche. Genehmigungen würden komplizierter sein das eigentliche Bauen, so Musk.

Das lange Warten auf Godot

Kein Wunder, sind die Pläne des 46-Järhigen doch recht kühn. Musk will mit seiner Boring Company nichts weniger, als den Personenverkehr unterirdisch verlegen, um die Straßen zu entlasten und ganz nebenbei auch die Umwelt zu schützen. Im eng vernetzten Tunnelsystem würden Auto-, Motor- und Fahrräder aber auch Fußgänger Ausweichmöglichkeiten haben. Teil des unterirdischen Verkehrs ist auch Musks Vorstellung vom sogenannten Hyperloop, einem Hochgeschwindigkeitszug, der durch eine Vakuum-Röhre befördert wird.

In Los Angeles plant Musk ein weitverzweigtes Netz aus 30 Tunneln. Die erste Verbindung soll laut einem Bericht von The Verge zwischen dem Los Angeles International Airport und den Ortschaften Culver City, Santa Monica, Westwood und Sherman Oaks entstehen. Ob sich die Visionen Musks tatsächlich umsetzen lassen oder wir – wie die Becket-Figuren auf Godot – vergeblich darauf warten werden, das wird sich noch herausstellen müssen. Im Konzeptvideo von Boring Company sieht das Vorhaben jedenfalls vielversprechend aus.

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