Gefahr durch Drohnen: Deutsche Flugsicherheit fordert schärfere Gesetze

Auch in Deutschland werden immer mehr Drohnen verkauft. Damit steigt aber auch das Risiko für Unfälle im Luftverkehr. Aus diesem Grund warnt die Deutsche Flugsicherung vor dem ausufernden Einsatz der Technologie und plädiert für schärfere Gesetze.

Die DFS räumt zwar ein, dass die Zukunftstechnologie neue nützliche Einsatzgebiete schaffe, etwa beim Transport von Blutkonserven oder in den Bereichen Anlagen-Wartungen sowie beim Einsatz von Wärmebildkameras. Doch durch deren stetigen Anstieg auch infolge zunehmender privater Nutzung wird die Flugsicherheit immer mehr gefährdet.

Das Unternehmen schätzt, dass im vergangenen Jahr in Deutschland rund 400.000 Drohnen verkauft wurden, in diesem Jahr sollen weitere 600.000 Geräte hinzukommen. Das führt immer wieder zu Behinderung im Flugverkehr. Im Jahr 2015 soll es laut der DFS zu „14 Konflikten mit dem regulären Flugverkehr“ gekommen sein. 2016 war es zu 64 Behinderungen für Flugzeuge und Hubschrauber gekommen. Dieses Jahr würden die Gefahren einen neuen Höchststand erreichen.

Ersetz die Drohne bald den Paketzusteller aus Fleisch und Blut? (Bild: ekostsov - Fotolia.com )

Bild: ekostsov – Fotolia.com

Neben dem Risiko für den Flugverkehr stellen die unbemannten Flugobjekte aber auch in anderen Bereichen eine zunehmende Gefahr dar. Von Sabotageakten über Waffen- oder Drogenschmuggel bis hin Verletzungsrisiken bei Eventveranstaltungen – die Missbrauchspalette durch Drohnen ist groß. Um auf diese und weitere Missbrauchsmöglichkeiten mittels Drohnen aufmerksam zu machen, veranstaltet der DFS heute zusammen mit der Telekom den Drone Detection Day, eine Veranstaltung, auf der auch Möglichkeiten gesetzlicher Regulierungen vorgestellt werden.

„Die Deutsche Flugsicherung setzt sich für die sichere und faire Integration von Drohnen in den Luftverkehr ein, weil wir vom Potenzial dieser neuen Technologie überzeugt sind“, erklärt Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung. „Andererseits stellen Drohnen aber auch eine Herausforderung dar. Als DFS wollen wir dazu beitragen, die Sicherheit im Luftverkehr weiterhin auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten.

Ist die Registrierungspflicht für Drohnen eine Lösung?

Eine Kontrollmaßnahme ist der Magenta Schutzschild, den die DFS zusammen mit der Telekom auf der Drone Detection Day vorgestellt hat. Das System, das zu Testzwecken auf Gebäuden der Deutschen Flugsicherung in Langen installiert wurde, verfügt über Sensoren, die anfliegende Drohnen erkennen und davor warnen können. Außerdem wurde auf der Veranstaltung die Abwehrtechnologie der Firmen HP Marketing & Consulting und Rohde & Schwarz vorgestellt.

Darüber hinaus fordert der DFS schärfere Gesetze. Zwar habe das Bundesverkehrsministerium in diesem Jahr eine Drohnenverordnung erlassen. Durch die müssen Besitzer von Drohnen ab zwei Kilogramm Betriebskenntnisse vorweisen, während es für Drohnen ab 250 Gramm eine Kennzeichnungspflicht gibt. Doch sei das laut der DFS nur ein „erster wichtiger Schritt“, dem „noch weitere folgen müssen.“ Die Forderung des Unternehmens: eine Registrierungspflicht für Drohnen. „Wenn es möglich sei, Straftaten mit Drohnen zu begehen, müsse ein Täter auch zweifelsfrei identifizierbar sein“, heißt es in einem Statement des DFS. Ferner müssten Drohnen im Luftraum leichter sichtbar sein.

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