„Großartiger Erfolg“: Alle Parteien wollen Games-Branche fördern

Zwei Monate vor der Bundestagswahl wagt die deutsche Computer- und Videospiel-Branche einen optimistischen Blick in die Zukunft. Schließlich haben alle großen Parteien das Thema Games in ihren Wahlprogrammen aufgenommen. Die Bereitschaft zur Förderung sei aber nur ein Etappensieg, wie der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) feststellt. Für das große Ziel müsse weiter in enger Zusammenarbeit gekämpft werden.

Erfreut registriert Felix Falk, Geschäftsführer des BIU, in einem Gastbeitrag für das Magazin Mediabiz eine Trendwende in der Einstellung deutscher Parteien zur Games-Branche. Hätten nicht wenige Politiker vor wenigen Jahren noch mit Skepsis auf das Medium geblickt, weil von Computer- und Videospielen angeblich Gefahren für die Gesellschaft ausgingen, habe man die Branche nun endlich als Kulturmedium und wichtiges Wirtschaftsgut erkannt, so der BIU-Chef.

Die Grafik bei Spielen ist auf dem 8,9-Zoll-Display grandios (Bild: Josh Miller/CNET).

Bild: Josh Miller/CNET

Ein Blick in die jeweiligen Wahlprogramme belegt tatsächlich den Meinungsumschwung. Die SPD etwa hat zum ersten Mal das Thema Games für die Bundestagswahl aufgegriffen. Man wolle „innovative und kulturell wertvolle Computer- und Videospiele“ fördern, heißt es im Programm der Sozialdemokraten. Denn Computerspiele hätten sich zu einem Kulturgut entwickelt.

CDU und CSU erwähnen ihr Bekenntnis zur Games-Branche zwar im Nachsatz. Dennoch betrachten die Christdemokraten Computerspiele als „wertvolles Wirtschaftsprodukt und als Kulturgut“, das wie das Filmschaffen gestärkt werden müsse. Auch Die Linke will das „Kulturgut Computer- und Videospiel“ „finanziell stärken“. Während die FDP „Deutschland zu einem Top-Standort für die Produktion von Computer- und Videospielen machen“ will. Die Grünen wollen die „Computerspielekultur in ihrer Vielfal weiter stärken und „prüfen, inwiefern E-Sport als Sportart anerkannt werden kann.“

xperia_z3_remoteplay

Wahlprogramme nur ein Etappensieg

Für den BIU ist Positionierung der deutschen Politik zur Computer- und Videospielbranche ein „großartiger Erfolg“. Insofern hätten die „unzähligen Gespräche“, in denen auf „notwendige Maßnahmen“ hingewiesen wurden, gefruchtet. Doch das Förderungsbekenntnis der Parteien sei nur ein Etappensieg, wie Falk feststellt: „Damit wir unsere Ziele erreichen, allem voran die Entwicklungsförderung auf Bundesebene, müssen wir als Branche in den kommenden Monaten so gut und eng zusammenarbeiten wie noch nie.“ Die Zeichen, dass man dieses Ziel erreichen könne, stünden aber so gut wie nie zuvor, so der BIU-Chef.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu „Großartiger Erfolg“: Alle Parteien wollen Games-Branche fördern

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *