Spotify deklassiert Konkurrenz mit 60 Millionen zahlenden Kunden

Spotify baut seine Marktdominanz weiter aus. Der Musikstreaming-Dienst hat im Juli die Hürde von 60 Millionen zahlender Kunden geknackt.

Damit wächst der schwedische Konzern immer weiter. Anfang März hatte Spotify noch 50 Millionen Abonnenten. Die Zahl der gesamten Nutzer, inklusive der nicht angemeldeten, lag im Juni noch bei 140 Millionen, sie hat das Unternehmen mit dem jüngsten Bericht zu den Nutzerzahlen nicht aktualisiert.

Spotify bietet sein Musikportal in zwei Varianten an. Die Premiumversion finanziert sich durch monatliche Gebühren, die Gratisvariante durch Werbeeinnahmen. Damit unterscheiden sich die Stockholmer von Konkurrenten wie Apple Music und Tidal, deren Dienste gebührenpflichtig sind. Offenbar setzt Spotify mit Erfolg auf die Strategie, nicht-zahlende Kunden für ein Abo mit deutlich größerem Funktionsumfang zu ködern.

Spotify bringt kostenloses Musik-Streaming auf Smartphones und Tablets

Spotify-Chef Daniel Ek (Bild: CNET.com).

Mit nunmehr 60 Millionen zahlender Kunden hat der Streaming-Dienst jedenfalls die Nummer zwei, Apple Music, deutlich abgehängt. Das seit 2015 bestehende Musikportal des iPhone-Herstellers zählt 27 Millionen Kunden. Die französische Plattform Deezer folgt mit sieben Millionen Nutzern auf Platz drei.

Das kostenlose Musikangebot ist aber auch den großen Musikkonzernen ein Dorn im Auge. Die Folge ist, dass sie Spotify immer mehr Kompromisse abringen. Im April und Juli dieses Jahres setzten Universal Music und Sony Music durch, dass ihre neuen Alben zunächst in der Abo-Version von Spotify veröffentlicht und erst zwei Wochen später in der werbefinanzierten Gratisvariante angeboten werden dürfen. Dafür setzte der Streaming-Dienst weniger Abgaben an die Musikrechteinhaber durch, die jedoch nicht unter zwei Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren fallen sollen.

Die Deals und Pläne von Spotify

Spotify befindet sich derzeit in Verhandlungen mit Warner Music Inc., dem letzten der drei großen Musikkonzerne. Der Deal soll laut Medienberichten kurz vor Abschluss stehen. Beobachter gehen davon aus, dass hier ähnliche Bedingungen ausgehandelt werden wie mit Universal und Sony.

Spotify war 2006 gegründet worden. Im letzten Jahr konnte der Streaming-Dienst seinen Umsatz auf rund drei Millionen Euro steigern. In der Gewinnzone war der Konzern seit Bestehen jedoch noch nicht. Der Verlust betrug 2016 rund 540 Millionen Euro. Vielleicht wird er mit dem geplanten Börsengang schwarze Zahlen schreiben. Laut dem Wirtschaftsmagazin Financial Times will Spotify noch im vierten Quartal dieses Jahres an die Börse gehen.

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