In deutschen Startups arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer

Eine Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom kommt zu dem Ergebnis, dass in deutschen Startups der Frauenanteil noch immer deutlich geringer ist als der der Männer. Als entscheidenden Grund machen die Untersuchungsleiter von Bitkom Research den weiblichen Fachkräftemangel aus.

Für die Studie standen den Leitern insgesamt 252 Startup-Gründerinnen und – Gründer Rede und Antwort. Das Ergebnis: Der Frauenanteil in deutschen Startups liegt bei 27 Prozent und damit knapp über einem Viertel des Männeranteils. Bei 28 Prozent der aufstrebenden Unternehmen gehören Frauen zum Gründerteam. Und nur in jedem sechsten Startup (17 Prozent) ist mindestens die Hälfte aller beschäftigten weiblichen Geschlechts.

Bild: Shutterstock

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Über die Gründe für den geringen Frauenanteil in deutschen Startups gibt es unterschiedliche Aussagen. Sie unterscheiden sich je nach Geschlecht. Mehr als jeder zweiter Gründer (56 Prozent) glaubt, dass es in der Tech-Szene weniger qualifizierte Frauen als Männer gibt. Dem wollen allerdings nur 32 Prozent der Gründerinnen zustimmen. Dagegen glauben 54 Prozent der Gründerinnen, dass es Frauen in der Tech-Szene grundsätzlich schwer haben. Ihnen stehen 32 Prozent der Gründer mit dieser Auffassung gegenüber.

Frauen gesucht, bitte bewerben!

Entgegen der Aussage der vieler Gründerinnen wollen viele Startups den Frauenanteil durchaus erhöhen. Jedes zweite Unternehmen gibt an, sich aktiv darum zu bemühen, dieses Ziel zu erreichen. Die Lockmittel reichen dabei von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen wie Teilzeit oder Home Office bis hin zu gezielten Förderungen von Nachwuchstalenten. Dennoch scheinen sich nach wie vor weniger Frauen für technische und IT-bezogene Berufe zu interessieren als Männer. „Es gibt leider immer noch zu wenige Frauen, die sich für ein technisches oder für ein Informatik-Studium entscheiden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg in einem Statement. „Wo in Wirtschaft und Gesellschaft die Zeichen auf ‚digital first‘ stehen, müssen wir daran dringend etwas ändern.“

Einig sind sich Gründer und Gründerinnen in einem Punkt: Dass in der Startup-Szene die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern größer ist als in etablierten Unternehmen. Von den Frauen sind 57 Prozent dieser Meinung, bei den Männern sagen das sogar 69 Prozent.

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