Kronos-Schadsoftware: Hacker Marcus Hutchins weist Vorwürfe zurück

Der britische IT-Experte und Hacker Marcus Hutchins weist die Vorwürfe der US-Sicherheitsbehörden zurück, an der Entwicklung und Verbreitung des Banking-Trojaners Kronos beteiligt gewesen zu sein. Der 23-Jährige sitzt seit vergangener Woche in Untersuchungshaft.

Wie seine Anwältin Adrian Lobo in einem Interview mit der Reporterin Christy Wilcox via Facebook Live erklärte, darf Hutchins gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 30.000 US-Dollar aus der Haft in Las Vegas entlassen werden. Weil die Summe nicht rechtzeitig am Freitag bei Gericht hinterlegt werden konnte, werde der Hacker daher erst im Laufe des heutigen Montags entlassen werden, so die Anwältin.

Hacker (Bild: Shutterstock)

Hacker (Bild: Shutterstock)

Danach darf Hutchins die USA vorerst nicht verlassen. Zur Auflage gehört ferner der Nutzungsverbot internetfähiger Geräte sowie das Tragen einer elektronischen Fußfessel.

Hutchins war am vergangenen Mittwoch in Las Vegas auf dem Heimweg von den Sicherheitskonferenzen Defcon und Black Hat verhaftet worden. Der Hacker steht im Verdacht, die 2014 und 2015 aktiv gewesene Schadsoftware „Kronos“ entwickelt und verbreitet zu haben. Mit dem Programm konnten die Login-Daten von Online-Banking-Daten ausgespäht werden. Dazu wurden die Kunden auf eine gefälschte Webseite geleitet, die der ihrer Bank zum Verwechseln ähnlich sieht

Hutchins soll einen Helfer gehabt haben, der ebenfalls in der Anklageschrift erwähnt wird. Der Komplize soll die Schadsoftware im Internet für 3000 Dollar zum Verkauf angeboten haben. Hutchins weist alle Anschuldigungen von sich und will sich nicht schuldig bekennen. Ihr Mandant habe sein Leben der Bekämpfung von Malware gewidmet und nicht, um Menschen zu schaden, erklärte Lobo im Interview mit der britischen Rundfunkanstalt BBC.

Der tiefe Fall eines Helden?

Hutchins war im Mai dieses Jahres noch als Held des Internets gefeiert worden. Der junge IT-Experte hatte durch Zufall einen Kill Switch entdeckt, mit dem maßgeblich dazu beigetragen hatte, die Angriffswelle durch die Ransomware WannaCry-Attacke einzudämmen. Mit dem bislang größten Erpressersoftware-Angriff waren 300.000 Rechner in 150 Ländern befallen worden. Wer hinter der Attacke steckt, ist noch immer nicht geklärt.

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