Telekom unterstützt mit VR-Spiel „Sea Hero Quest“ Demenzforschung

Schon letztes Jahr hatte die Deutsche Telekom mit „Sea Hero Quest“ ein Onlinespiel entwickelt, das Wissenschaftlern Daten zur Erforschung von Demenz lieferte. Nun hat der Telekommunikationskonzern das Spiel zu einer VR-Erfahrung erweitert.

Das Spielprinzip „Sea Hero Quest“ ist einfach. Der Spieler navigiert auf der Suche nach einem Schatz ein kleines Boot über das eisbedeckte Polarmeer. Als Orientierung dienen ihm keine Karte und kein Kompass, vielmehr sind die Eisberge und Buchten seine räumlichen Konstanten. Seit der Veröffentlichung im Jahr 2016 haben mehr als drei Millionen Menschen das Spiel gespielt. Während der Teilnehmer dabei Spaß hat und überdies seinen Orientierungssinn trainiert, leistet er einen wichtigen Beitrag zur Demenzforschung, indem er den Wissenschaftlern anonymisierte Daten zur menschlichen Orientierung im Raum liefert.

Mit der Erweiterung von „Sea Hero Quest“ zu einer Virtual-Reality-Erfahrung erhoffen sich die Forscher noch präzisere Daten. Denn über das VR-Spiel lassen sich auch die kleinsten Körperbewegungen des Spielers registrieren, die exakt zehn Mal pro Sekunde registriert werden. Außerdem können mit dem Update besser Laborexperimente imitiert werden als mit der mobilen Version. Laut dem Hersteller entsprechen zwei Minuten Spielzeit etwa fünf Stunden herkömmlicher klinischer Forschung.

Bild: Deutsche Telekom AG

Bild: Deutsche Telekom AG

„Das mobile Spiel hat uns eine bisher nicht dagewesene Menge an Daten geliefert, durch die wir die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung im Bevölkerungsquerschnitt messen konnten. Darauf bauen wir nun auf und erheben Daten zur räumlichen Orientierung über das VR-Spiel mit deutlich größerer Präzision“, erklärt Dr. Hugo Spiers, dessen University College London zusammen mit der University of East Anglia und der Telekom an der Initiative „Game for Good“ beteiligt ist.

Ein Level von „Sea Hero Quest VR“ bildet das sogenannte Morris-Wasserlabyrinth-Experiment nach. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Untersuchung räumlicher Erinnerungs- und Lernfähigkeit. Der VR-Spieler muss in einem dreidimensionalen Raum eine Meereskreatur finden, sich den Standort merken und diesen später wiederfinden.

VR-Spiel ein seriöses Labor-Experiment

Die Verantwortlichen der Initiative haben großes Vertrauen in das VR-Spiel. Die Erhebung aus dem ersten Spiel gelte als umfassendste Studie für die Demenzforschung, heißt es. Die gesammelten seien ein wichtiger Schritt für die Entwicklung neuer Verfahren zur frühzeitigen Diagnose der Volkskrankheit. Erste Ergebnisse wurden 2016 auf der Neuroscience-Konferenz in San Diego präsentiert, weitere werden für Anfang 2018 erwartet.

„Sea Hero Quest VR“ wurde für die Samsung Gear VR-Brille entwickelt. Das kostenlose Spiel kann ab sofort im Oculus-Store heruntergeladen werden. Ab September soll es in bis zu 100 Telekom-Shops in Deutschland zur Verfügung gestellt werden, wo es jeder testen kann.

Demenz ist eine der weltweit größten Volkskrankheiten. Laut Alzheimer’s Research zählen auf der ganzen Welt bereits rund 47 Millionen Menschen zu den Betroffenen. Bis 2050 soll die Zahl auf 130 Millionen Erkrankungen anwachsen.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Telekom unterstützt mit VR-Spiel „Sea Hero Quest“ Demenzforschung

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *