Experten raten zu Vorsicht bei Einsatz von Digitaltechnologie im Kinderzimmer

Das Phänomen Internet of Things hält immer mehr Einzug in unseren Alltag. Selbst vor Kinderzimmern machen vernetzte Geräte keinen Halt. Im Gegenteil: Immer mehr Eltern setzen auf Gadgets, dank deren Technik sie ihr Kind im Auge behalten können. Doch der Einsatz von Digitaltechnologie im Kinderzimmer hat nicht nur Vorteile, er birgt auch das eine oder andere Risiko.

Die Sorge von Eltern um ihr Baby ist naturgemäß groß. Vieles kann im Kinderzimmer in ihrer Abwesenheit passieren, angefangen damit, dass sich das Kind verletzt, am Spielzeug verschluckt oder – die größte Angst vieler Eltern – am plötzlichen Kindstod stirbt. Nicht wenige Mütter und Väter setzen daher auf die Hilfe vernetzter Geräte, etwa in Form von Infrarotkameras, die über dem schlafenden Baby wachen, Sensormatten zur Atemüberwachung oder Geräten, die bei feuchten Windeln Alarm schlagen.

Kinderfoto (Bild: Shutterstock: Patrick Breig)

Bild: Shutterstock: Patrick Breig

Doch so sehr solche und ähnliche Gadgets den Eltern den Alltag erleichtern können, so groß sind andererseits auch die Risiken, die mit ihnen verbunden sind. Einen der Nachteile nennt Norbert Neuß, Erziehungswissenschaftler der Universität Gießen: „Es bringt Eltern schnell in Versuchung, einen Teil ihrer Verantwortung an die Technologie abzugeben“, so der Experte in einem Bericht in der Septemberausgab des Apothekenmagazins „Baby und Familie“.

Das Vertrauen auf die Technik führe dazu, dass Eltern schon mal schnell den notwenigen körperlichen Kontakt zum Kind vernachlässigen, so Neuß weiter. Es sei wichtig, dass sich die Elternfürsorge nicht ausschließlich über Smartphone abspiele. Vielmehr sollten Mama und Papa hin und wieder auch persönlich nach ihrem Baby schauen. Dadurch würden sie eine Nähe zum Kind herstellen, die dieses brauche.

Technik ist nicht fehlerfrei

Nicht zu vernachlässigen ist aber auch das Problem, dass Technik niemals fehlerfrei ist. Die Digitaltechnologie ist davon nicht ausgenommen, bei der überdies immer die Gefahr des Datenmissbrauchs durch Dritte gegeben ist. Die Daten würden „oft nicht nur im Smartphone gespeichert, sondern auch auf Servern der Anbieter“, sagt Marko Schuba, Professor für IT-Sicherheit an der Fachhochschule Aachen, zu der Gefahrensituation.

Das Fazit der Experten daher: Vernetzte Geräte ihrer Nachteile wegen komplett aus dem Kinderzimmer verbannen ist übertrieben. Sparsam eingesetzt, könne diese den Elternalltag durchaus erleichtern.

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