Daimler setzt Elektrooffensive fort und investiert in US-Standort Tuscaloosa

Zuletzt hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche seine Skepsis gegenüber der Elektromobilität zum Ausdruck gebracht. Doch der Lauf der Zeit auf der einen Seite und der Druck seitens der Trump-Regierung auf der anderen zwingen ihn doch zum Umdenken. Daher baut der Automobilhersteller seine Elektrooffensive weiter aus und investiert in dem Zuge hunderte Millionen Euro in den SUV-Standort Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama.

Wie Daimler am gestrigen Donnerstag mitteilte, werde der Konzern insgesamt eine Milliarde US-Dollar (840 Millionen Euro) in die „Erweiterung des industriellen Engagements“ am Mercedes-Standort in Tuscaloosa investieren. Ein Großteil der Summe soll in die Umsetzung der Elektroauto-Offensive fließen. Dazu gehören die mit Beginn des nächsten Jahrzehnts anlaufende Fertigung eines Elektro-SUVs aus der EQ-Reihe sowie der Bau einer Batteriefabrik in der Nähe des Pkw Werks in Tuscaloosa. Der Rest werde in den Ausbau der Logistikaktivitäten am Standort fließen.

Mercedes SUV rollt im Werk in Tuscaloosa vom Band

Mercedes SUV rollt im Werk in Tuscaloosa vom Band (Bild: Daimler)

Daimler stellt mit der Großinvestition die Schaffung von mehr als 600 neue Arbeitsplätzen in Aussicht. „Zum 20-jährigen Produktionsjubiläum des Mercedes-Benz Werks Tuscaloosa bringen wir unsere Elektrooffensive in die USA und stärken unser industrielles Engagement in Alabama mit einer Investition von 1 Milliarde US-Dollar“, sagt Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain, in einem Statement.

Daimler beugt sich vor Zeitgeist und Trump

Die Investitionsentscheidung markiert offenbar eine Abkehr von der Skepsis des Konzernchefs gegenüber der Elektromobilität. Dieter Zetsche sorgte zuletzt mit der Aussage für Aufsehen, dass Elektroautos Rendite-Killer seien. Zugleich kann die US-Investition als Zugeständnis an die dortige Regierung gesehen werden. Präsident Donald Trump hatte unmittelbar nach Amtsantritt ausländischen Autobauern mit Strafsteuern gedroht, sollten sie ihre Autos nicht in den USA bauen.

Daimler ist nicht der einzige ausländische Automobilbauer, der seine Investitionen in den USA verstärkt. Auch BWM hatte im Juni dieses Jahres angekündigt, hunderte Millionen in seine Fabrik in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina zu stecken. Andere Hersteller machen es den Deutschen nach, darunter die japanischen Autobauer Toyota und Mazda.

Daimler fertigt in SUV-Standort Tuscaloosa seit 1997 Fahrzeuge. Von den heute in dem Standort produzierten SUVs, darunter der GLS und der GLE, werden mehr als 70 Prozent von den USA weltweit exportiert. Außerdem wird hier die C-Klasse Limousine für den nordamerikanischen Markt hergestellt. Mit der geplanten Elektrooffensive wird das Portfolio des Werks um reine Stromautos und solche mit Hybridmotoren erweitert.

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