Mehr Zeichen für mehr Inhalt: Twitter testet längeres Nachrichtenformat

Twitter will nicht mehr der Kurznachrichtendienst mit extrem kurzen Nachrichten sein. Vielmehr sollen Nutzer mittellange Tweets schreiben können. Aus diesem Grund testet das Unternehmen ein Nachrichtenformat von 280 Zeichen, das den seit Jahren üblichen Standard von 140 Zeichen ersetzen könnte.

Das teilte sowohl Twitter in einem Blog als auch Firmenchef Dorsey auf seinem Twitter-Profil mit. Demnach würde die Neuerung von einer „kleinen Gruppe“ getestet. Wie viele Nutzer einbezogen und wie sie ausgewählt werden, ist nicht bekannt.

Der Test werde in allen Sprachen laufen, schreibt Twitter. Ausnahmen seien das Japanische, Chinesische und Koreanische. Der Grund hierfür sei der Umstand, dass sich in diesen Sprachen mehr Inhalt und Informationen in wenigen Zeichen ausdrücken lassen. Das sei etwa im Englischen nicht der Fall, weshalb nicht wenige Nutzer angesichts der Beschränkung frustriert seien.

Mit der Neuerung will Twitter sein Erkennungszeichen jedoch nicht aufgeben. Mit anderen Worten: Der Kurznachrichtendienst bleibt ein Kurznachrichtendienst. Beim sozialen Netzwerk gehe es schließlich darum, Informationen und Gedanken in kurzen Tweets auf den Punkt zu bringen, so das Unternehmen. Von dieser Philosophie wollte sich Dorsey nach seiner Rückkehr auf den Chefposten zunächst verabschieden. Vor zwei Wochen erklärte er aber, dass man am Kurznachrichten-Prinzip festhalten werde.

Twitter-User sind zwiegespalten

Mit der Entscheidung, ein längeres Nachrichtenformat testen zu wollen, stieß Twitter auf gemischte Kritiken. Einige Nutzer begrüßen die Neuerung. Andere kritisieren, dass der Dienst mit dem Schritt seine Identität opfere. Außerdem gebe es größere Probleme zu lösen, so der Tenor, etwa die Phänomene Fake News und Hasskommentare.

Twitter hatte sich beim Start vor elf Jahren willkürlich auf ein Nachrichtenformat von 140 Zeichen festgelegt. Vorbild waren die 160 Zeichen langen SMS-Nachrichten.

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