Was wusste Amazon vom Vergewaltigungsskandal um Harvey Weinstein?

Die US-Schauspielerin Rose McGowan erhebt schwere Vorwürfe gegen das Online-Versandhaus Amazon. Sie beschuldigt das Unternehmen, gewusst zu haben, dass der Hollywood Produzent Harvey Weinstein sie vergewaltigt hat. Dennoch habe man nicht unternommen. Amazon hat derweil einen eigenen Sexskandal. Der Chef von Amazon Studios, Roy Price, soll eine Frau sexuell belästigt haben.

In einem an Amazon-Chef Jeff Bezos andressierten Post auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter schreibt McGowan: „Ich habe dem Leiter Ihres Studios gesagt, dass HW [Harves Weinstein] mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte, das sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis.“

In einem weiteren Tweet forderte die Schauspielerin Bezos auf, keine Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und Personen, die sich des sexuellen Vergehens schuldig machen, zu fördern. Hollywood sei von Fäulnis durchzogen.

Von Amazon liegt noch kein Kommentar zu den Tweets McGowans vor. Der E-Commercer hat aber gehandelt. In einen Statement teilte das Unternehmen mit, dass der offenbar von der Schauspielerin gemeinte Leiter von Amazon Studios, Roy Price, beurlaubt wurde. Allerdings nicht weil er den Fall Weinstein/McGowan ignoriert hätte. Vielmehr ist der Manager selbst mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.

Der Fall Roy Price

Die Produzentin Isa Dick Hackett wirft Price vor, sie sexuell belästigt zu haben. Die Tochter des 1982 verstorbenen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick arbeitet mit Amazon Studios derzeit bei „The Man in the Hgh Castle“ zusammen, einer Serienadaption von Dicks gleichnamigem Roman (dt. Titel: „Das Orakel vom Berge“. Außerdem fungiert sie als ausführende Produzentin bei der bevorstehenden Sci-Fi-Serie „Philip K. Dick’s Electric Dreams“.

Laut dem Filmmagazin Deadline Hollywood soll Amazon auch von ihrem Fall gewusst und geschwiegen haben. Denn über den sich 2015 auf der Comicmesse Comic-Con ereigneten Vorfall habe bereits die Internetseite The Information vor anderthalb Monaten berichtet. Trotzdem habe man gegen Price keine Maßnahmen ergriffen. Amazon Studios behielt nicht nur seinen Chef, sondern verkündete zuletzt auch, dass es unter seiner Rigide einen Kurswechsel hinsichtlich seiner Serien-Politik geben werde. Die Rede war von einem Seriendrama vom Format eines „Game of Thrones“.

Immerhin teilte Amazon zuletzt mit, dass aktuell bestehende gemeinsame Projekte von Amazon Studios und The Weinstein Company überdacht würden. Insgesamt zwei gibt es davon derzeit, die Serie „The Romanoffs“ und eine noch titellose Serie mit Robert De Niro und Julianne Moore in den Hauptrollen.

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