Deutsche Arbeiter fühlen sich nicht durch Roboter ersetzbar

Viele Bereiche unserer Arbeitswelt werden derzeit von Maschinen, automatisierten Prozessen oder künstlich intelligenten Systemen ersetzt. Tendenz steigend, wie so mancher Beobachter voraussagt. Doch viele Arbeitnehmer, zumindest die deutschen, haben derzeit keine Angst davor, ihre Arbeit Roboter zu verlieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des sozialen Netzwerks Xing, die das Automatisierungsrisiko anhand des Geschlechts, des Alters, des Verhaltens, der beruflichen Stellung und der Branche untersuchte.

Für die Untersuchung haben das IZA und Xing mehr als 3.000 Arbeitnehmer deutschlandweit sowie knapp 6.000 XING-Mitglieder befragt. Das Ergebnis: Lediglich 12, 6 Prozent der Befragten haben Angst davor, in den nächsten fünf Jahren durch moderne Technologien ersetzt zu werden. Von den Xing-Mitgliedern sehen sogar nur 2,3 Prozent ihren Job durch Automatisierungprozesse bedroht.

Bild: Screenshot Cnet via IZA/Xing

Bild: Screenshot Cnet via IZA/Xing

Dabei zeichnen sich zum Teil erhebliche faktorbedingte Unterschiede ab. Männer zum Beispiel haben größere Angst davor, durch Roboter ersetzt zu werden als Frauen. So gaben 16 Prozent der befragten Männer an, sich von Automatisierung bedroht zu fühlen. Bei Frauen sind es nur neun Prozent. Auch fühlen sich jüngere Arbeiter (25 bis 39 Jahre) betroffener (16,3 Prozent) als Arbeiter zwischen 40 und 54 Jahren (9,2 Prozent). Zudem ist die Technologieskepsis durch die verschiedenen beruflichen Stellungen bedingt. Demnach fühlen sich ungelernte oder angelernte Arbeiter eher vor Automatisierung bedroht (18 Prozent) als solche mit mittleren (9,9 Prozent) oder hohen (12,5 Prozent) beruflichen Stellungen.

Keine Angst vor der Zukunft

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen kommen die Studienleiter zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Bevölkerung in der technologischen Entwicklung keine Bedrohung sieht und dem damit einhergehenden Wandel in der Arbeitswelt im Allgemeinen mit Zuversicht entgegenblickt. „Die Menschheit hat bis heute jeden technologischen Wandel – vom Webstuhl bis zum Internet – bewältigt, obwohl die Auswirkungen vorher kaum vorhersehbar waren“, sagt IZA-Leiter Hilmar Schneider in einer Stellungnahme. Wichtig sei, dass wir „wandlungsfähig bleiben und die Chancen nutzen, statt uns vor den Risiken zu fürchten.“

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