Die Digitalisierung ruft: Real gründet eigenen Lieferdienst

Die Konkurrenz ist schon längst dabei, nun zieht auch Real nach. Der Supermarkt-Konzern gründet einen eigenen Lieferdienst, mit dem er seine Produkte an den Mann bringen will.

Wie Real-Manager Henning Gieseke in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt erklärte, ist der Lieferservice in Düsseldorf bereits getestet worden. Zehn weitere Städte seien zuletzt hinzugekommen, unter anderem Berlin, Hannover, Dortmund, Nürnberg und Köln.

„Nächstes Jahr ist es unser Plan, bundesweit mehrere Millionen Haushalte zu erreichen“, so Gieseke. „Damit decken wir einen Großteil der Haushalte ab, die so einen Service in Anspruch nehmen würden.“

Reals Lieferdienst wird nicht auf einer eigenen Lieferflotte fußen. Vielmehr kooperiert die Metro-Tochter diesbezüglich mit DHL, dem Paket- und Brief-Express-Dienst der Deutschen Post.

Bild: real,- SB Warenhaus GmbH

Bild: real,- SB Warenhaus GmbH

Geschäftlich lief es für Real zuletzt nicht sonderlich gut. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Supermarktfilialen des Handelsriesen von 349 auf 282 gefallen. Weitere Schließungen stehen bevor. Die Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa aber auch in der Türkei hat der Konzern verkauft. Der Umsatz ging in den letzten Jahren stark zurück.

Die Konkurrenz schläft nicht

Real muss also etwas tun, um zu überleben. Denn nicht nur der Online-Versandhändler Amazon oder Lieferdienste wie Foodora und Lieferando drängen mit immer größeren Schritten in den Markt. Auch Konkurrenten wie Rewe und Edeka haben längst die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Online- und Lieferdienst-Aktivitäten ausgebaut.

Rewe plant, im Jahr 2018 seine Ausgaben für Umstrukturierung und Modernisierung auf über zwei Milliarden Euro zu erhöhen. Dazu gehört auch der Ausbau der Investition in einen Lieferservice. Edeka hat 2016 nicht nur die Übernahme von Kaiser Tengelmann abgeschlossen. Auch der Lieferdienst Bringmeister ist nun Teil des Konzerns.

Reals Gründung eines eigenen Lieferdienstes ist nur ein Schritt in Richtung Neuaufstellung. Darüber hinaus will der Konzern auch seine Supermarktfilialen modernisieren. Dafür will er laut dem Handelsblatt eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

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