Rohe Weihnachten: Verdi droht Amazon mit weiteren Streiks

Im Tarifstreit zwischen Verdi und Amazon gibt es noch immer keine Einigung. Nun droht die Gewerkschaft mit weiteren Streiks in der Vorweihnachtszeit. Der Online-Handelsriese lässt sich davon nicht beeindrucken. Man habe sich auf Streikfälle vorbereitet und könne auf ein gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen, heißt es seitens US-Konzerns.

„Wir werden unsere Aktionen in den kommenden Wochen ausweiten und haben noch einiges vor“, sagt Thomas Voß, Verantwortlicher für Versand- und Onlinehandel in der Berliner Verdi-Zentrale, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Überlegungen, im seit viereinhalb Jahren bestehenden Konflikt nachzugeben, habe er nicht. „Dazu sehe ich keinen Anlass. Denn unser Organisationsgrad steigt“, so Voß. „Wir sind aber darauf bedacht, einen noch stärkeren Rückhalt zu bekommen, um Amazon an den Verhandlungstisch zu bewegen.“

Amazon-Mitarbeiter

Bild: Amazon

Denn Verdi arbeitet derzeit eifrig daran, um sich mit anderen Gewerkschaften in Europa zu vernetzen. Die Arbeit mit Polen würde gut vorangehen, betont der Gewerkschaftsvertreter. Zudem gebe es Kontakte nach Frankreich, Italien und Spanien. Mit der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Gewerkschaften will Verdi das Logistiknetzwerk Amazons durchbrechen, ein wichtiges Sicherheitsnetz des E-Commercers im Tarifstreit. Amazon verweist immer wieder auf die anderen der insgesamt 31 Logistikzentren in Europa, von denen aus in Streikfällen Ware geliefert werden könnte.

Amazon bleibt unnachgiebig

Selbst wenn dieses Netz auf lange Sicht reißen sollte, so verlässt sich Amazon auf weitere Hilfsmittel, die dem Konzern zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter etwa, die trotz der Streikaufrufe weiterarbeiten. Auch dieses Jahr will sich Amazon auf ihre Tatkraft verlassen. Auswirkungen jedenfalls auf pünktliche Lieferungen sieht der Online-Versandhändler auch in der diesjährigen Weihnachtszeit nicht.

Der Tarifkonflikt zwischen Amazon und Verdi dauert bereits seit Mitte 2013. Verdi fordert von dem Online-Warenhändler einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und bessere Arbeitsbedingungen. Der US-Konzern sieht sich als Logistiker und verweist darauf, dass er seine Beschäftigten vergleichsweise gut entlohnt. „Amazon ist ein guter Arbeitgeber. Der Verdienst liegt am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme eines Sprechers aus München.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Rohe Weihnachten: Verdi droht Amazon mit weiteren Streiks

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *