Wirtschafts-Thriller á la Hollywood: So vertuschte Uber massiven Hackerangriff

Uber ist in einem weiteren Skandal verstrickt. Im vergangenen Jahr war der US-Fahrdienstvermittler nicht nur Opfer eines massiven Hackerangriffs. Das Unternehmen hatte auch versucht, den Vorfall zu vertuschen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten sich Hacker über einen nur unzureichend geschützten Cloud-Dienst Zugriff auf die Uber-Datenbank verschafft und dabei die Daten von rund 57 Millionen Menschen entwendet. Darunter sollen sich Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Betroffenen befunden haben, wie das Magazin Bloomberg berichtet. Von sieben Millionen Menschen wurden persönliche Informationen gestohlen. Darunter sollen sich die Autokennzeichen von rund 600.000 Fahrern befunden haben. Sozialversicherungsnummer, Kreditkarten-Daten und Ortsinformationen waren laut Uber nicht in die Hände der Hacker gelangt.

Steht auch immer wieder im Kritik: Travis Kalanick

Ehemaliger Uber-Chef Travis Kalanick (Bild: Dan Taylor/Heisenberg Media)

Die Reaktion Ubers auf den Vorfall dürfte eine neue Dimension im Umgang von Untrenehmen mit Hackerangriffen markieren. Nicht nur hat der Konzern den Leak zu vertuschen versucht. Er ging dabei offenbar auch einen Deal mit den Drahtziehern der Attacke ein. Damit diese die Daten wieder löschen und den Angriff verheimlichen, zahlte Uber ihnen laut Medienberichten eine Summe in Höhe von 100.000 US-Dollar. Für die New Yorker Staatsanwaltschaft ist das ein illegaler Akt, weshalb sie just ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet hat.

Als sich der Hackerangriff ereignete, war der Firmenmitgründer Travis Kalanick noch Uber-Chef. Er soll von dem Vorfall einen Monat später, also im November 2016 erfahren haben, wie Uber berichtet. Inwieweit er seine Mitarbeit für Vertuschung und Bestechung instruiert hat, ist noch nicht bekannt. Zum Sachverhalt hat er sich noch nicht geäußert.

Neuer Uber-Chef: Dara Khosrowshahi

Neuer Uber-Chef: Dara Khosrowshahi (Bild: George Grinsted)

Das sagt der neue Uber-Chef zum Vorfall

Der aktuelle Uber-Chef Dara Khosrowshahi kritisierte das Verhalten der Uber-Verantwortlichen. „Nichts von all dem hätte passieren sollen und ich werde keine Ausreden dafür erfinden“, wird der Unternehmer von Bloomberg zitiert. Er könne die Vergangenheit zwar nicht ungeschehen machen, aber man könne bei Uber aus den Fehlern lernen. Der iranisch-US-amerikanische Unternehmer hatte im September dieses Jahres seinen Vorgänger Travis Kalanick als Firmen-Chef abgelöst.

Aus den Fehlern Ubers im Zusammenhang mit dem Hackerangriff hat Khosrowshahi mindestens gelernt, dass er auf den Sicherheitschef Joe Sullivan nicht mehr setzen kann. Ihn und einen weiteren Manager hat er deshalb entlassen. Sullivan war bis 2015 bei Facebook als Sicherheitschef tätig. Die Sicherheit bei Uber neu zu gestalten soll Matthew Olsen helfen. Den ehemaligen Chefjuristen beim US-Geheimdienst NSA hat Khowrowshahi mittlerweile als Berater eingestellt.

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