Animationsfilm-Pionier John Lasseter soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben

Auch John Lasseter hat es getan. Der Animationsfilm-Pionier und Leiter von Disneys Animationssparte ist mit mehreren Vorwürfen wegen sexueller Belästigung konfrontiert. Nun zieht der Regisseur und Produzent die Reißleine und nimmt eine Auszeit.

Mehrere Frauen werfen Lasseter vor, sie sexuell belästigt zu haben. Details über die Anschuldigungen sind bisher nicht bekannt. Offenbar liegen diese dem Filmmagazin Hollywood Reporter vor. Laut Angaben des Blatts sollen seine Journalisten derzeit an einem ausführlichen Bericht über den Fall Lasseter arbeiten.

In einem Brief an die Disney-Mitarbeiter teilte Lasseter mit, dass er entgegen einer Absichten nicht genug für eine Kultur des Vertrauens und Respekts gesorgt habe. Er habe in der Vergangenheit viele schmerzvolle Gespräch mit Mitarbeitern gehebt. Ausdrücklich entschuldigte er sich bei denjenigen, die von ihm „ungewollte Umarmungen“ erhalten hätten. Mit dem Disney-Management habe er sich auf eine Auszeit von sechs Monaten geeinigt.

John Lasseter (rechts) mit Schauspieler John Ratzenberger bei der Premiere von "Alles steht Kopf" in Los Angeles

John Lasseter (rechts) mit Schauspieler John Ratzenberger bei der Premiere von „Alles steht Kopf“ in Los Angeles (Bild: The Walt Disney Company (Germany))

Zwischenzeitlich waren Medien davon ausgegangen, dass die Schauspielerin Rashida Jones („Parks and Recreation“) zu den Frauen gehört, die Lasseter sexuelle Belästigung vorwerfen. Die 41-Jährige hatte zuvor die Zusammenarbeit mit Disney/Pixar und dem Filmemacher beim Animationsfilm „Toy Story 4“ beendet.

In einem Artikel für das Magazin New York Times machte sie allerdngs deutlich, dass nicht sexuelle Avancen von Lasseter der Grund für ihren Ausstieg gewesen seien. Vielmehr hätte es kreative und weltanschauliche Differenzen mit Pixar gegeben. Beim Unternehmen würde eine Kultur herrschen, in der Frauen und Angehörige von Minderheiten nicht dieselbe „kreative Stimme“ hätten.

Wie tief wird John Lasseter fallen?

John Lasseter ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten im Bereich Animationsfilm. Er gehört zu den Mitbegründern des Animationsfilmstudios Pixar, das anfangs noch als Pixar Animation Studios zu Lucasfilm gehörte, dann von Steve Jobs aufgekauft und selbstständig wurde und schließlich seit 2006 Teil des Disney-Konzerns ist. Unter Pixar entstanden hochgelobte und erfolgreiche Animationsfilme wie die „Toy Story“-Reihe, „Findet Nemo“, „Die Unglaublichen – The Incredibles“ und „WALL E – Der letzte räumt die Erde auf“.

Bei etlichen Animationsfilme fungierte Lasseter als Produzent. Einige hat er auch als Regisseur und Autor verantwortet, darunter die erste Pixar-Produktion „Die kleine Lampe“ sowie „Toy Story“, „Toy Story 2“ und „Cars“.

Hollywood wird derzeit von mehreren Skandalen ähnlicher Art erschüttert. Etliche Frauen und Männer haben sich in den vergangenen Wochen zu Wort gemeldet und einflussreiche Produzenten, Filmemacher und Schauspieler der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung bezichtigt. Zu den Beschuldigten gehören der Hollywood-Mogul Harvey Weinstein und der Schauspieler Kevin Spacey.

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