Facebook will Anti-Propaganda-Software anbieten

Internetfirmen und Anbieter von sozialen Netzwerken hatten angekündigt, stärker gegen politische Einflussnahme auf ihren Plattformen vorzugehen. Hintergrund sind tausende Falschmeldungen aus Russland, die während des US-Wahlkampfes im Internet verstreut worden waren. Nun meldet Facebook einen weiteren Schritt, um solchen Einflussnahmen entgegenzuwirken. Das soziale Netzwerk will demnächst ein Tool anbieten, mit dem manipulative Inhalte transparent gemacht werden sollen.

Wie Facebook gestern in seinem Newsroom mitteilte, sollen seine Nutzer mit der Software erkennen können, ob sie während des Wahlkampfes zwischen Januar 2015 und August 2016 manipulative Inhalte der russischen Agentur Internet Research Agency aufgerufen und gelikt haben oder den Seiten des Urhebers gefolgt waren. Das Tool soll ab Ende dieses Jahres im Facebook Help Center verfügbar sein. „Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, wie ausländische Akteure Zwietracht und Misstrauen säen, indem sie vor und nach 2016 Facebook genutzt haben“, schreibt das soziale Netzwerk.

Bild: Screenshot via Facebook

Bild: Screenshot via Facebook

Facebook hatte Ende Oktober dieses Jahres offengelegt, dass allein auf seiner Plattform während des US-Wahlkampfes rund 126 Millionen US-Bürger Kontakt mit propagandistischen Nachrichten hatten. Auf der Seite von Instagram, einem Tochterunternehmen von Facebook, sollen rund 20 Millionen Amerikaner mit manipulierenden Botschaften in Berührung gekommen sein.

Die Initiative „Trust Project“

Das nun angekündigte Transparenz-Tool markiert den nächsten Schritt Konzerns im Kampf gegen die Instrumentalisierung seines sozialen Netzwerks für politische Zwecke. Facebook hatte zuvor mit Internetkonzernen wie Google und Twitter die „Trust Project“-Initiative gegründet, mit deren Hilfe vertrauenswürdige Nachrichten entsprechend gekennzeichnet werden. Auch Nachrichtenproduzenten wie Washington Post, Zeit Online und die Deutsche Presse Agentur haben sich der internationalen Initiative angeschlossen.

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