SpaceX könnte bald die ISS kaufen – aber sollte es auch?

Die Internationale Raumstation (ISS) hat eine begrenzte Lebenszeit. Obama hatte den Betrieb in Absprache mit den anderen am Projekt beteiligten Ländern zwar noch auf 2024 verlängert. Das Ende der Station rückt aber unweigerlich näher.

Soll es nach dem Willen von Donald Trump gehen, ist 2024 zwar für die USA Schluss mit der Finanzierung und dem Betrieb der Station. Allerdings muss das nicht bedeuten, dass sie dann wie ihre Vorgängerin MIR ins Meer gestürzt werden muss. Denn Trumps Regierung liebäugelt mit einem Verkauf der Raumstation an private Investoren.

International Space Station after undocking of STS-132 (Bild: Public Domain, 23.05.2010)

International Space Station after undocking of STS-132 (Bild: Public Domain, 23.05.2010)

Bevor dies geschehen kann, müssen auch die europäische Raumfahrtagentur ESA, Russland und Japan diesem Plan zustimmen. Legt sich die USA, die mit etwas weniger als 100 Milliarden US-Dollar den größten Anteil am Aufbau und Betrieb der Station finanziert hat, aber auf einen Kurs fest, werden die anderen wohl mitziehen. Schließlich muss sowieso bald entschieden werden, was mit der ISS geschehen soll. Eine weitere Verlängerung des bisherigen Betriebs ist zweifelhalft, da die in die Jahre gekommene Station eigentlich saniert werden müsste. Bereits jetzt verbringen die Astronauten auf der Station immer mehr Zeit mit notwendigen Wartungsarbeiten. Und in Sachen Forschungsprojekte hat die Station bis Mitte der nächsten Dekade nun einmal nicht nur so ziemlich alles abgearbeitet, was geplant war, sondern sogar die Erwartungen übertroffen.

Keine Anschlussverwendung für die ISS

Dies wirft aber die Frage auf, welcher Investor Interesse an der Station haben soll. Wirtschaftlich ist der Betrieb nicht. Radikal neue Forschungsprojekte werden auf ihr ohne größere Investitionen auch nicht durchgeführt werden können. Und als Weltraumbahnhof im Orbit für weitere Projekte im Sonnensystem ist die ISS in ihrer derzeitigen Ausstattung und in ihrem aktuellen Orbit auch nicht geeignet. Deshalb dürfte sie selbst für Unternehmen wie SpaceX ein Ballast und keine Hilfe bei der weiteren Entwicklung der Raumfahrt sein.

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