Don‘ be evil: Google-Mitarbeiter protestieren gegen Drohnen-Projekt „Maven“

„Don‘ be evil“, also „nicht böse sein“, will heißen: keine Technologie entwickeln, das Böses schafft – dieses Motto hatte sich Google einst auf die Fahnen geschrieben. Ausgerechnet dieses Ideal sehen aber viele Mitarbeiter des Tech-Konzerns derzeit ad absurdum geführt. Weshalb sie Google-Chef Sundar Pichai nun einen Protestbrief geschrieben haben.

In dem Schreiben, das unter anderem dem Nachrichtenmagazin New York Times vorliegt, sprechen sich die Google-Mitarbeiter konkret gegen die Zusammenarbeit des Internet-Pioniers mit dem US-Verteidigungsministerium hinsichtlich des Projekts „Mavan“ aus. Bei dem Programm, das im März dieses Jahres bekannt wurde, nutzt das Pentagon die von Google bereitgestellte Technologie der Künstlichen Intelligenz, um die Daten von Drohnen zu analysieren.

(Foto: CNET).

Google-Chef Sundar Pichai (Foto: CNET).

„Lieber Sundar“, beginnen die Protestler den Brief, „wir glauben, dass Google nicht am Geschäft mit dem Krieg teilnehmen sollte. Aus diesem Grund fordern wir, dass das Projekt Maven gestoppt wird und Google eine klare Politik entwickelt, verkündet und umsetzt, die gewährleistet, dass weder Google noch seine Vertragspartner sich je an der Entwicklung von Kriegstechnologie beteiligen.“

Wie viele der mehr als 70.000 Mitarbeiter des Internetpioniers dieser Ansicht sind, ist nicht bekannt. Unterzweichnet haben das Schreiben jedenfalls der New York Times zufolge bereits rund 3.100 Personen.

Sundar Pichai will diskutieren

Auf die Forderung seiner Mitarbeiter ist Pichai zwar noch nicht eingegangen, laut der Süddeutschen Zeitung reagierte der Unternehmer aber indirekt auf ihre Kritik. „Jede militärische Nutzung von maschinellem Lernen weckt naturgemäß berechtigte Sorgen“, wird der Google-CEO von dem Blatt zitiert. Er versprach, dass man umfassend über das Thema diskutieren werde.

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