Datenskandal: Facebook setzt auf Transparenz und Bestrafung

Rund 87 Millionen Facebook-Nutzer weltweit waren von dem Datenskandal um die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica betroffen. Davon leben gut 2,7 Millionen Personen in der EU, geschätzte 310.000 Nutzer haben ihren Sitz in Deutschland. Sie alle will Facebook heute per Benachrichtigung über den Missbrauch ihrer Daten in Kenntnis setzen.

Wie unter anderem das britische Nachrichtenmagazin The Guardian unter Berufung berichtet, werden alle betroffenen Nutzer am heutigen Montag eine „detaillierte Nachricht“ in ihrem Newsfeed erhalten. Zudem werde Facebook in den nächsten Tagen Kontakt mit allen seinen rund 2,2 Milliarden Mitgliedern aufnehmen. Sie würden einen Link erhalten, über den sie sich informieren können, welche Apps sie auf dem sozialen Netzwerk benutzen und welche Informationen über diese Anwendungen geteilt wurden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei einer Produkpräsentation

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei einer Produkpräsentation (Bild: Facebook)

Der aktuelle Datenmissbrauchsskandal ist der größte in der Geschichte des sozialen Netzwerks. Mitte März war bekanntgeworden, dass das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica in den Besitz der Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern gelangt war. Angeblich war die Auswertung und Weiterleitung der Informationen wichtiger Grundstein für das Team um Donald Trump beim US-Wahlkampf 2016.

Persönlichkeitstest artet in Datenmissbrauch aus

Dreh- und Angelpunkt des Datenmissbrauchs war die App „This is Your Digital Life“, die von Aleksandr Kogan, einem Akademiker der Cambridge University, in Zusammenarbeit mit Cambridge Analytica entwickelt worden war. Über die Anwendung waren Hunderttausende Nutzer gegen Bezahlung zu einem Persönlichkeitstest aufgerufen worden. Ihre Daten aber auch die ihrer Freunde sollen gesammelt und im Jahr 2016 für Manipulationszwecke zugunsten des damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump verwendet worden sein.

Damit sich so etwas nicht wiederholt, will Facebook verstärkt auf Bestrafung von Übertätern setzen. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat der Konzern am vergangenen Wochenende getan, als er zwei Datenfirmen von seiner Plattform suspendierte. Das kanadische Unternehmen AggregateIQ soll versucht haben, das Brexit-Referendum zu manipulieren. Die andere verbannte Firma stammt aus Kalifornien und soll Nutzerdaten nach einer Online-Befragung an Vermarkter weitergegeben haben.

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