CNET.de in Kolumbien - Cali, Bogota, Medellin und Cartagena
Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Salinas am Pazifik geht es mit dem Bus zurück nach Guayaquil und von dort in die ecuatorianische Hauptstadt Quito. Die 1,5-Millionen-Metropole wirkt überraschend sauber und aufgeräumt, allerdings auch fast etwas langweilig. Es zieht mich weiter nach Kolumbien, das Land, vor dem mich die meisten Menschen, denen ich von meiner Reise erzählt habe, gewarnt haben. Pablo Escobar und Kokain, Entführungen und Auftragsmorde, FARC und Guerillakriege - das waren häufig die ersten Assotiationen, die ich in Deutschland gehört habe. Auch die Internetseite des auswärtigen Amts macht nicht gerade Mut: Die Grenzregionen zu Ecuador sind gefährlich, und auch um die an Venezuela grenzenden Regionen sollte man besser einen Bogen machen.


Das Reisekameratrio hat inzwischen einiges mitgemacht - von stundenlangen Schütteltortouren auf ungeteerten Straßen über Salzwassergischt auf Bootsfahrten bis hin zu staubtrockenen Wüsten und tropisch-feuchten Urwäldern war alles geboten. Und alle drei Digicams funktionieren nach wie vor einwandfrei. An der Verarbeitungsqualität und der Robustheit gibt es bei keinem der Modelle etwas auszusetzen. Aber wie sieht es mit den übrigen Anforderungen aus?
Zurück vom Salzsee haben wir zweieinhalb Stunden Zeit, uns auszuruhen. Dann startet der Nachtbus nach La Paz, der bolivianischen Haupstadt. Die letzten fünf Stunden ungebefestigte Straßen sollen es sein, nur noch fünf Stunden Durchschütteln, und der Weg bis nach Caracas in Venezuela ist geteert. Das Ticket nach La Paz haben wir bereits vor der Abreise in die Wüste gebucht - bei der Agentur, die uns auch den Jeep samt Fahrer vermittelt hat.
Nach knapp 50 Stunden Busfahrt auf unbefestigten Straßen, die von 416 auf 3670 Metern über dem Meeresspiegel führen, ist erstmal ein Tag Ruhe vonnöten, um die geschundenen Gliedmaßen und den durch die Höhe belasteten Kreislauf zur Ruhe kommen zu lassen. Auf dem Weg in die bolivianische Hochebene gab es einiges zu sehen und auch zu fotografieren. Und hier liefern die Kameras deutlich unterschiedliche Ergebnisse. Je nachdem, wie weit die Objekte der Begierde vom Bus entfernt sind, ist eine kürzere Verschlusszeit vonnöten, um ein scharfes Bild zu erreichen. Ab einer Distanz von 50 Metern reichen Belichtungszeiten von 1/300 Sekunde aus, bei wenige Meter entfernten Motiven darf es schon einmal 1/2000 Sekunde sein.
Mit dem Bus von Asunción, Paraguay, bis nach Santa Cruz in Bolivien - wenn man den Reiseführern Glauben schenken darf, insbesondere während der Regenzeit zwischen Dezember und Februar keine gute Idee. Nur ein kleiner Teil der Strecke ist asphaltiert, der Rest besteht je nach Feuchtigkeit aus einer knochenharten Buckelpiste oder zähem Schlamm. Ich erwische einen trockenen Zeitpunkt und damit die wirbelsäulenmalträtierende Ausführung. Beinahe 30 Stunden dauert die Fahrt durch den paraguayanisch-bolivianischen Chaco. Mit inbegriffen sind nächtliche Reifenplatzer samt anschließender Schleuderpartien im Puma-Jagdgebiet, dubiose Ein- und Ausreiseprozedere in heuschrecken- und käferverseuchten Grenzposten im Niemandsland sowie massenweise seltsames Obst, Fleisch und Gemüse, das gelegentlich von Kindern im Bus verkauft wird.
Schweren Herzens aber zugleich auch voller Vorfreude auf die kommenden Städte lasse ich Rio de Janeiro hinter mir und fahre per Nachtbus nach Curitiba. Die moderne brasilianische Vorzeigestadt versucht mit aller Kraft, europäisch oder US-amerikanisch zu wirken - und lässt dadurch den Charakter vermissen, der mich an Rio de Janeiro so begeistert.
Die besuchten Städte werden vielfältiger und damit wächst auch die Zahl der abgelichteten Motive und deren Diversität. Bei dem Standard-Urlaubsfoto bei guten Lichtverhältnissen und unproblematischer Beleuchtung machen alle drei Kameras eine gute Figur. Anders hingegen sieht es etwa bei schlechten Lichtverhältnissen aus. In Kirchen oder bei Nacht steht die Ricoh GXR mit dem A12-Modul einsam an der Spitze. Dank des großen Sensors und der lichtstarken Festbrennweite schießt diese Kamera-Aufnahmemodul-Kombination auch im Dunkeln ausgezeichnete Fotos. Der große Nachteil ist allerdings die unveränderliche Brennweite von 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Für Panoramen, Innenaufnahmen in großen Kirchen oder dergleichen und Fotos von nahestehenden Hochhäusern ist das nicht zu gebrauchen. Mitreisende, verwinkelte Gassen oder Makroaufnahmen von exotischen Pflanzen und Käfern dagegen bringt die Kamera genial aufs Bild.
Das erste Jahrzehnt in diesem Jahrtausend ist zu Ende, und damit auch die erste Woche in Südamerika passé. Mehr als 1000 Fotos sind bereits geschossen, und bislang kristallisiert sich noch kein klarer Favorit aus den drei Kameras heraus. Canons PowerShot G11 bietet den flexibelsten Zoom und schießt bei guten Lichtverhältnissen starke Fotos. Die Olympus E-P1 überzeugt mit intensiven Farben und ausgezeichneter Bildqualität. Ricohs GXR fasziniert mit ihrem innovativen Konzept und wahlweise einem großen Bildsensor samt genialem Makromodus sowie unschlagbarem Rauschverhalten oder mit einem flexiblen Zoom im handlichen Paket. Das wird ein knappes Rennen.







