2. September 2010
8. Juni 2007 | 18:17 Uhr

Green Pitch: Ace Of Hearts

GENRE:: Rock/Pop
Green Pitch: Ace Of Hearts

Noch bevor sich die Stimme zeigt, weiß man, sie wird einen bis ins Innerste treffen. So muss das sein mit der Chronik eines angekündigten Todes. "Ace Of Hearts" untermalt den gebrochenen, zärtlichen Gesang einer Frau, eine CD mit der Aufschrift "Privat" und dem Vermerk "intim". Musik, mit der man alleine sein möchte, der man lieber zuhört als manchem Menschen und sie nur, wenn man sehr versöhnt ist mit dieser Welt, dem ein oder anderen Auserwählten vorspielen wird.

Rex Garfield ist Dänin, 1979 in Paris geboren, an Weihnachten, zu schön, um darüber zu schreiben. Ihr Vater war Priester, bekam einen Job in Frankreich - deswegen Paris. Mit 17 nahm sie die Gitarre des lange verstorbenen Papas, um Songs zu schreiben. Sie hasste den Gedanken, dass sie einer hören könnte, auch noch als sie mit ihrem Duettpartner Ste Rasch zwei Jahre später in Kopenhagen in einem Proberaum erste Aufnahmen machte. Oft kokettieren Musikerinnen mit solcher Schüchternheit, doch den Songs von Green Pitch hört man diese Introvertiertheit an.

Für alle, die Björk nur selten, PJ Harvey manchmal und Tori Amos gar nichts abgewinnen können, ist Garfield vielleicht der pure Genuss. Die Langsamkeit, das Zerbrechliche, nichts wirkt aufgesetzt trotz bombastischer Streichereinlagen. "Annie's Vision" oder "In Amsterdam" zum Beispiel umhüllen einen ganzen Menschen in drei Minuten. Vielleicht stimmt es doch, vielleicht macht die Wahrheit Lieder ehrlicher. Die Krankheits- und die Liebesgeschichte von Rex Garfield muss nicht ausgebreitet werden, man kann sie in jeder Note und an der Intensität hören. Ein Album wie "Ace Of Hearts" gibt einem den Glauben an die Welt zurück - und daran, dass dieses Business einmal kein Verlogenes war.

© Teleschau - der mediendienst

CD-Fakten

Veröffentlichungsdatum   08.06.2007
Hersteller / Vertrieb   rough trade

Bewertung

Gesamt   10 (von 10 Punkten)
 

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