ANZEIGE
ANZEIGE
23. Mai 2012
17. Februar 2006 | 16:44 Uhr

Major & Suzan: Major & Suzan

GENRE:: Rock/Pop
Major & Suzan: Major & Suzan

Wer kennt ihn noch, den Major, den kernig-narbigen Gitarristen Klaus "Major" Heuser, der nun im Doppelpack "Major & Suzan" debütiert? Major war bis 1999 Gitarrist und auch maßgeblicher Sound-Architekt bei BAP. Seither produzierte und spielte er im Hintergrund, wagte sich aber nicht so richtig an ein Solo-Album. Gemeinsam mit Sangessirene Suzan Werth aus Berlin fasste er den klugen Entschluss, das Singen doch sein zu lassen und stattdessen jemanden zu buchen, der sich damit auskennt. Sein Job ist das Gitarrespielen und das Produzieren, und das hat er seit seinem Weggang von BAP richtig gut gepflegt und zu elegischer Erwachsenheit reifen lassen. Suzan hat sich von der Fremdsprachenkorrespondentin in Eigenregie und durch drei Jahre Gesangsunterricht zur akzentfreien Sängerin mit erstaunlicher Bandbreite gemausert und Major als möglichen Partner für ein Projekt geradezu belagert.

Sie wollte unbedingt mit ihm arbeiten! Er hingegen fand zwar ihre Stimme gut, aber ihre Band mies und sagte ab. Da stand sie eines Tages bei ihm auf der Kölner Fußmatte und wollte wissen, wieso. Major ließ sich schließlich doch breitschlagen. "Dafür aber war er ein strenger Lehrmeister, er lässt einem nichts durchgehen", erzählt Suzan, und man kann es sich lebhaft vorstellen. Aus der schwierigen wie fruchtbaren Arbeit schälten sich sehr bald äußerst klare, elegische Pop-Perlen mit englischen Texten heraus, zu denen Major seine musikalischen, Suzan ihre lyrischen Ideen beisteuerte. Major wirkt hier als graue Eminenz im Hintergrund, er schwingt elegant die Gitarren (insgesamt 30 verschiedene für die gesamte Produktion) und verzichtet gänzlich auf selbstverliebte Soli und nervtötendes Dauergesäge. Er brilliert in Reduktion und lässt Suzan - ganz Kavalier - den Vortritt. Zeitlose Balladen und Midtemponummern wechseln sich ab mit klassisch wirkenden 80er-Power-Pop-Rockern, denen Suzan durch ihre Stimme - irgendwo zwischen der sanften Beinahe-Namensvetterin Suzanne Vega und der gutturalen Jodel-Lage von Shakira - gekonnt den maskulinen Stachel zieht. Major sind trotz der altmodischen Bauweise der Musik einige erstaunlich hitverdächtige Songs gelungen, die zwischen Blues, Westcoast-Rock, Tom Petty, Sheryl Crow und Ry Cooder oszillieren. hön, das an Chris Isaak erinnernde "First Time" ein zärtlicheTitel wie "Avalon" oder die traurige Piano-Ballade "Why Am I" sind wunderschöne Klassiker, und der Opener "Promises" ist schon jetzt ein Hit. Die Songs sind trotz der traditionellen Stilrichtung frisch und neu, erfreulich ungeklaut und zeitlos. Schöne, handgemachte Musik von internationalem Zuschnitt.

© Teleschau - der mediendienst

CD-Fakten

Veröffentlichungsdatum   17.02.2006
Hersteller / Vertrieb   AL!VE

Bewertung

Gesamt   8 (von 10 Punkten)
 

Leserkommentare

ANZEIGE
ANZEIGE

Kommentare

ANZEIGE