Amy Macdonald: A Curious Thing
-
Schrift
- Bookmark
- Kommentar verfassen

Erst einmal die Zahlen: Stolze drei Millionen Mal verkaufte sich Amy Macdonalds 2007 erschienenes Debüt "This Is The Life". In fünf europäischen Ländern schob sich die Platte auf die Spitzenposition der Hitparaden. Da nachzulegen ist schwer, so viel dürfte klar sein. Zumal in Amy Macdonalds Leben noch etwas Relevanteres passierte: Die Schottin ist mittlerweile richtig erwachsen, die Standortvorteile Jugend und Unbedarftheit brechen weg. Es gilt also Löcher zu füllen. Das tun Amy und ihr Team auf "A Curious Thing", indem sie an zwei Punkten ansetzen. Einmal sieht Amy Macdonald plötzlich zumindest, was das Artwork angeht, erwachsen aus - aus dem Mädchen mit der Gitarre ist eine Frau geworden, die auch schon mal im knappen Kleidchen auftritt. Vor allem aber arbeitet sie deutlich näher an der Spielart der Rockmusik, die nicht nur ins Radio passt, sondern auch in Stadien funktionieren würde, und lässt ihre Songs Richtung satter Poprock produzieren. Das Verblüffende: Kalkuliert klingt ihr zweites Album dennoch nur selten.
Man hat nach wie vor den Eindruck, dass Amy Macdonald über die Dinge singt, die sie eben beschäftigen. Das ist natürlich zunächst einmal das, was ihr in den letzten Jahren so passierte, nachzuhören etwa in "An Ordinary Life", einer Keyboard-geschwängerten Rockballade über die Sehnsucht nach einer Normalität jenseits des öffentlichen Interesses. "Next Big Thing" schlägt in eine ähnliche Kerbe, thematisiert die Schnelllebigkeit von Medienhypes.
Natürlich ist es irritierend, dass Macdonald ihre Botschaften so gar nicht codiert. Und natürlich gibt es Momente, in denen einem diese Songs deswegen allzu simpel vorkommen. Vielleicht verschwinden diese Gedanken schnell, weil Macdonald an anderer Stelle auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet und sich am Lied an sich versucht: "Love Love" ist eine sehr klassische Boogie-Rock-Nummer, die herrlich antiquiert vor sich hin- und herrollt, abwechselnd an Adam Greens "Emily", Status Quo und die leider verblichenen Texas erinnert und sich auf fast fiese Art und Weise im Ohr festsetzt. Das kleine "This Pretty Face" funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, verbindet ein irgendwo anders schon einmal gehörtes Klavier mit einer Western-Gitarre, einem treibenden Beat und einer Strophe, die ihre Aufgabe, den Hörer rasch Richtung Refrain zu führen, mehr als zuverlässig erfüllt.
Dieses Niveau erreicht die 22-Jährige leider nicht immer. So ist "Troubled Soul" eine wirklich ärgerlich kitschig produzierte 80er-Rock-Nummer, die auch als Cranberries-B-Seite durchgehen würde. Auch die Simplizität, mit der "Spark" auf seinem Four-To-The-Floor-Beat die Autobahn herunterheizt, ist nicht so der Hit. Aber unterm Strich bleibt "A Curious Thing" eine mehr als ordentliche Platte, die zeigt, dass mit Amy Macdonald zu rechnen ist. Das Meisterwerk kommt dann halt irgendwann später.
© Teleschau - der mediendienst
CD-Fakten | ||
| Veröffentlichungsdatum | 12.03.2010 | |
| Hersteller / Vertrieb | Universal Music | |
Bewertung | ||
| Gesamt | 8 (von 10 Punkten) | |
Nützliche Links zur CD
Artistpage
Künstlerseite
Amy Macdonald bei myspace
Amy Macdonald bei Facebook
Labelseite Universal
Albumplayer


mehr...



Leserkommentare