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23. Mai 2012
8. April 2011 | 17:40 Uhr

Al Di Meola: Pursuit Of Radical Rhapsody

GENRE:: Jazz/Blues
Al Di Meola: Pursuit Of Radical Rhapsody

Anfang der 80-er lauschten Rest-Hippies von Welt entrückt einem Gitarrentrio, zu dem sich die drei Größen Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía zusammengetan hatten. Ihr Album "Friday Night In San Francisco" gilt bis heute als eines der meistverkauften Instrumentalalben - sechs Millionen Stück gingen davon über den Tresen. Einer dieser Helden, Al Di Meola, macht jungen Künstlern nun mit seinem Album "Pursuit Of Radical Rhapsody" und mit ein paar Saitenschlägen mal wieder klar, dass man ein Genie schlecht toppen kann.

Als die drei Götter noch zusammen spielten, waren die Aufgaben klar verteilt: McLaughlin war für den jazzy-rockigen Fusionpart verantwortlich, de Lucía für den Flamenco in Reinkultur und Al Di Meola für die Schmierung der beiden Gegenpole, sozusagen als musikalisches Bindeglied. Jeder hatte in der Sekunde so viele Noten wie möglich zu spielen. Di Meola ging als klarer Sieger hervor, denn durch seine brillante Sauberkeit traf er tatsächlich jeden Ton einzeln.

Schnell geht's auch auf "Pursuit Of Radical Rhapsody" zu: Al Di Meola und sein Akkordeonspieler Fausto Beccalossi rasen und eilen, holpern und stechen mit der Band - Gitarre, Percussions, Drum und Bass - durch hochkomplexe Strukturen und aberwitzige Rennstrecken. Doch dann verweilen sie wieder bei Tango-inspirierten, genüsslich ausgebreiteten Melodien und bei kitschigen Elementen ("Over The Rainbow").

Oder sie nutzen orientalische ("Mawazine Part 1") und klassische Klänge, paaren hübschen Wohlklang ("That Way Before", "Bona") mit südamerikanischer Schule ("Gumbiero"). Progrock-Elemente ("Full Frontal Contrapuntal"), rasante Gitarren-Dialoge ("Brave New World"), Tango ("Fireflies"), Salsa ("Destination Gonzalo") oder Beatles-Erinnerungen ("Strawberry Felds") vervollständigen das Klangbild.

Zugegeben: Hin und wieder verfranst er sich wirklich, dudelt, verliert sich - das haben Virtuosen, die auch ihre Mitspieler improvisieren lassen, so an sich. Gitarristen und Geschwindigkeitserotiker aber sollten trotzdem lauschen und staunen.

Al Di Meola auf Deutschland-Tournee

11.04., Freiburg, Jazzhaus

12.04., Saarlouis, Theater am Ring

13.04., Ludwigsburg, Scala

15.04., Kassel, Stiftskirche Kaufungen

17.04., Köln, Pfandhaus

20.04., Heidelberg, Stadthalle

05.05., Gronau, Burgerhalle

08.05., Hamm, Kurhaus Theater

10.05., Bremen, Die Glocke zu Bremen

© Teleschau - der mediendienst

CD-Fakten

Veröffentlichungsdatum   08.04.2011
Hersteller / Vertrieb   in-akustik

Bewertung

Gesamt   4 (von 10 Punkten)
 

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