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23. Mai 2012
8. April 2011 | 17:40 Uhr

Edo Zanki: Zu viele Engel

GENRE:: Rock/Pop
Edo Zanki: Zu viele Engel

Er ist seit 30 Jahren einer der Großen in der deutschen Soulbranche: Edo Zanki schrieb für Ulla Meinecke das bis heute unschlagbare ewige Lieblingslied "Tänzerin im Sturm" und produzierte Grönemeyer, Thomas D., Tina Turner, Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims. Ganz klar: Der 58-Jährige hat die einheimische Musikszene nachhaltig beeinflusst - und versucht es nun mit "Zu viele Engel" einmal mehr auf eigene Faust.

Dummerweise hat sich Zanki den denkbar schlechtesten Album-Einsteiger ausgesucht: Auf "Finde dein Glück" von Gregor Meyle jammert und jault er nicht nur zum Steinerweichen, der Song ist auch noch furchtbar öde. Glücklicherweise ist das Lied einer der wenigen Ausrutscher, ansonsten liefert Zanki feinen deutschen Soul, meist von ihm selbst geschrieben. Und dass er komponieren kann, das weiß man ja.

Schon der zweite Song, der ultralässige Titelsong shuffelt und bluest so zurückgelehnt daher, dass man den anfänglichen Fehlgriff schnell vergisst. Im weiteren Albumverlauf rockt Zanki auf "Hast du kein Herz" knackig-soulig wie ein Junger, erinnert mit Midtempo-Nummern wie "Ein neuer Tag" an die wunderschönen musikalischen 80er-Jahre mit Ulla Meinecke. Fast so funky wie bei Prince wird's auf "Kein Tag tut mir leid" und "Zeichen und Wunder" ist ein wunderschön traurig-lyrisch.

Und dann covert Zanki auch noch - gemeinsam mit "Produktionskundin" Julia Neigel - "Lass uns ein Wunder sein", den Herz-Öffner schlechthin, damals von Rio Reiser und Ton Steine Scherben zum Hit gemacht. Mit ein bisschen zu vielen Noten pro Minute allerdings, sodass der Klassiker leider eher unentspannt-hysterisch wirkt. Aber gut, das ist Ausrutscher Nummer zwei, mehr gibt es nicht.

Insofern gilt: Wer sich selbst noch gut an das hoffnungsfrohe Versprechen der 80er-Jahre erinnert, dass man nun endlich wieder deutsch singen darf, dass es neben coolen Schulterpolster-Wave-Poppern auch gehaltvolle und intelligente deutsche Songs geben darf, dass das Herz endlich unkitschig auf der Zunge liegen kann und auch Männertränen okay sind - der rast hier in einer Zeitmaschine zurück in diese aufregende Ära. Ob Zanki aber mit diesem eher "klassischen" Album auch junge Fans seiner Protegés wie Söhne Mannheims oder Xavier Naidoo begeistern kann, darf allerdings bezweifelt werden.

Edo Zanki auf Deutschland-Tournee

06.05., Karlsruhe, Kammertheater

11.05., Brilon, Sparkassen Event

13.05., Bremen, Rathaushalle

19.05., Aschaffenburg, Colossaal

20.05., Offenburg, Reiff Medien Zelt

21.05., Lahnstein, Burg Lahneck

28.05., Bad Salzungen, Pressenwerk

10.07., Edesheim, Schlossfestspiele

23.07., Neulenigen, Open Air

18.09., Aachen, Stadtfest

© Teleschau - der mediendienst

CD-Fakten

Veröffentlichungsdatum   08.04.2011
Hersteller / Vertrieb   Universal

Bewertung

Gesamt   6 (von 10 Punkten)
 

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