Foo Fighters: Wasting Light
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Dave Grohl ist ein Großmaul. Zwar wahrscheinlich das sympathischste im ganzen Rockmusikzirkus, aber dennoch ein Großmaul. Bereits vor Monaten kündigte der Foo-Fighters-Vorsteher an, "Wasting Light" solle das "bislang härteste Album" seiner Band werden. Die vorab veröffentlichte "White Limo" bretterte dann auch mit reichlich Pferdestärken durch schwere Heavy-Metal-Riffs - im dazugehörigen Trash-Video in bester Foo-Fighters-Quatsch-Manier saß dann Motörhead-Legende Lemmy am Steuer. Und jetzt? Man könnte aufgrund der vollmundigen Versprechungen enttäuscht sein angesichts des siebten Albums der Band. Sollte man aber nicht.
Im Sinne der ersten Vorankündigungen prescht das Album gleich mal nach vorne. Tempo und Trommelwirbel: Die ersten Takte des Openers "Bridge Burning" sind ähnlich markig und markant wie der Beastie-Boys-Klassiker "Sabotage", der Song ist dank seines - zwar gebremsten, dafür hochansteckenden - Refrains einer besten des Albums. Es folgt "Rope": Sicher nicht die stärkste oder gar härteste Single der Foo-Fighters-Geschichte - das wäre wohl immer noch "Pretender" -, aber schon allein wegen des ausgedehnten Gitarren-Solos mehr als erinnerungswürdig.
Was man zunächst nicht von allen Songs des Albums behaupten kann: "Dear Rosemary", "Arlandia" oder auch "Miss The Misery" scheinen in die Kategorie gute Albumfüller zu fallen. Und einen muskelbepackteren Auftritt als "White Limo" gibt das Album ebenfalls nicht her. Bleibt auf dem siebten Foo-Fighters-Album also doch alles mehr oder weniger wie gehabt? Einige härtere Brecher und dazu zwei, drei Rock-Hymnen?
Ja und nein. Ja, weil sich das Album in seiner Gesamtheit in einem bekannten musikalischen Rahmen abspielt. Und nein, weil ein Song wie der Slow-Motion-Blues "I Should Have Known" - samt Geige, Orgel und Ex-Nirvana-Bassist Krist Novoselic am Akkordeon - dann doch auffällt. Nein, weil es sich doch bemerkbar macht, dass die Band das Album in Dave Grohls Garage einspielte: Die Songs wirken schnörkelloser, direkter und druckvoller. Und selbst die vermeintlichen Albumfüller entpuppen sich schon bald als unwiderstehliche Ohrwürmer.
Hier liegt das Erfolgrezept des Albums, wenn nicht gar der Band überhaupt. Die härteste Band des Planeten sein, sich in Macho-Rockerposen ergehen, das war nie die Sache der Foo Fighters. Dazu passend machte Dave Grohl erst kürzlich das "Geständnis", dass er nicht nur verzerrte Gitarrenmusik mag: "Ich liebe auch die Bee Gees und ABBA, also Bands, bei denen die Pop-Refrains immer größer und größer werden." In diesem Fall lässt der Foo-Fighters-Chef den Worten Taten folgen: Gerade "Walk" überbietet sich in seinem Verlauf gleich mehrfach mit immer hymnischeren Parts. Und solange Grohl solche Songs schreibt, darf er weiterhin das Maul aufreißen. Unterhaltsamer als die Foo Fighters und ihr Frontmann ist ohnehin kaum jemand.
Foo Fighters auf Deutschland-Tournee
17.06., Neuhausen ob Eck, Southside Festival
18.06., Berlin, Wuhlheide
19.06., Scheeßel, Hurricane Festival
21.08., Erfurt, Highfield
23.08., Köln, Lanxess Arena
24.08., Übersee, Chiemsee Festival
© Teleschau - der mediendienst
CD-Fakten | ||
| Veröffentlichungsdatum | 08.04.2011 | |
| Hersteller / Vertrieb | Sony | |
Bewertung | ||
| Gesamt | 8 (von 10 Punkten) | |
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