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23. Mai 2012
10. November 2006 | 17:22 Uhr
Die Gier nach mehr

Microsoft Flight Simulator X

GENRE:: Simulation
PLATTFORM: PC

Weiße Linien und Zahlen auf schwarzem Untergrund, mehr war da nicht - außer der Fantasie des Spielers, der sich im Anflug auf New York wähnte. 1982 hob Microsofts erster "Flight Simulator" auf Home-PCs ab - und seitdem hat sich einiges getan. Die zehnte Auflage der Reihe erscheint fast 25 Jahre später auf zwei DVDs, betankt die Festplatte mit gut 15 Gigabyte Daten und benötigt zum ungetrübten Flugspaß einen Rechner, der teurer ist als Transatlantik-Flug. First Class, wohl gemerkt .

Auf den ersten Blick bietet der "Flight Simulator X" all das, was man erwarten durfte: mehr Flugzeuge (16 stehen bei der Standard-Version im Hangar, 24 bei der "Professional Edition"), mehr Flughäfen (rund 24.000!) sowie mehr Einsätze und Missionen - von der geführten Flugstunde für Einsteiger bis hin zum anspruchsvollen Nacht-und-Nebel-Anflug auf einen von Turbulenzen gepeitschten Bergflughafen. Vor allem zeichnet sich der "Flight Simulator X" aber durch eines aus: die schier unstillbare Gier nach mehr Hardware-Power. Fragt sich nur: Warum eigentlich?

Die matschigen Bodentexturen, klobigen Cockpits und mittelprächtigen Flughäfen rechtfertigen jedenfalls kaum die quälend langsamen Lade- und Ruckel-Orgien selbst auf schnellen Spiele-PCs. Oder verschlingen 3-D-Wolken, realistische Wetterbedingungen sowie Tag- und Nachtwechsel derart viel Rechenkraft? Deshalb die nüchterne Warnung vorweg: Wer nicht gerade ein funkelnagelneues High-End-System mit pfeilschnellem Prozessor, üppigem RAM (Minimum 2,0 Gigabyte) und potenter 3-D-Karte (am besten zwei!) besitzt, wird mit dem "Flight Simulator X" wenig Freude haben. Konkurrenz-Flieger wie "X-Plane 8" geben sich erstaunlicherweise mit einem Bruchteil der Hardware zufrieden und sehen dabei zum Teil auch noch hübscher aus.

Ziemlich schade, macht Microsofts Überflieger doch sonst nahezu alles richtig: Das Flugmodell ist wie immer ultra-realistisch, der Umfang riesig und die Palette an Flugzeugen mehr als ausreichend. Wasserflugzeuge, Segelflieger, Ultraleicht-Flugzeuge, Hubschrauber, Kleinflugzeuge, große Linienjets - für jeden ist da etwas dabei. Besonders erfreulich ist, dass auch die von vielen Spielern geschätzten mittelgroßen Regionaljets und Turboprop-Maschinen vielfältig vertreten sind. Der Kauf zahlreicher kommerzieller Addons ist damit für den Normal-Flieger kaum noch nötig. Besitzer der Luxus-Ausgabe haben zudem die Möglichkeit, in die Rolle des Fluglotsen zu schlüpfen oder sich im Mehrspieler-Modus das Cockpit mit einem menschlichen Copiloten zu teilen - genial!

Neben der gebotenen, schier grenzenlosen Freiheit über den virtuellen und wunderschönen 3-D-Wolken sind es jedoch vor allem die vorgefertigten, spannenden Einsätze, die für Wochen an den Bildschirm fesseln. Diese bieten nicht nur jede Menge Abwechslung, sondern verlangen dem Spieler immer mehr ab. Lern- und Motivationskurve decken sich perfekt.

Trotzdem sollten Besitzer normaler Spiele-PCs derzeit entweder zur sehr soliden Vorgänger-Version greifen oder noch zwei Jahre warten. Dann gibt's die Hardware, die der "Flight Simulator X" als Starthilfe benötigt, zum erschwinglichen Preis. Wer proberuckeln will, kann auf der Website des Spiels eine 820 MB große Demoversion herunterladen.

© Teleschau - der mediendienst

Spiele-Fakten

Veröffentlichungsdatum   13.10.2006
FSK   o.A.
Systeme   PC
Hersteller / Vertrieb   Microsoft
Multiplayer   1-16 (WWW, LAN)
Schwierigkeit   Für Fortgeschrittene und Profis
Sonstiges   Minimum CPU mit 2,8 GHz, 2,0 GB RAM, 15 GB freier Festplattenspeicher, 3-D-Karte mit 256 MB RAM
Preis  

Bewertung

Grafik   8 (von 10 Punkten)
Sound   10 (von 10 Punkten)
Steuerung   10 (von 10 Punkten)
Spielspass   8 (von 10 Punkten)
Gesamt   8 (von 10 Punkten)
 

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