Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
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Die Aussichten für Spieleumsetzungen aktueller Kinofilme? In der Regel düster. Selbst Ubisofts Beitrag zu James Camerons 3-D-Spektakel "Avatar" bot trotz dreijähriger Entwicklungszeit glatten Action-Durchschnitt und verhagelte dem französischen Publisher die Bilanzen. Entsprechend dunkel sind die Prognosen für "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen", das nun pünktlich zum Kinostart des gleichnamigen Animationsfilms für nahezu alle Systeme auf den Markt kommt.
Mit Essen spielt man nicht? In dieser Umsetzung eines Kinderbuchklassikers aus dem Jahr 1978 schon. Dank einer wundersamen Maschine des jungen Erfinderns Flint, die Wasser in Nahrung verwandelt, fallen seit Kurzem Hamburger, Eiscreme und Fleischbällchen vom Himmel über dem kleinen Städtchen Swallow Falls. Was zunächst die Rettung des vom Niedergang bedrohten Örtchens zu sein scheint, entwickelt sich jedoch zur ausgewachsenen Katastrophe, als der Futtergenerator verrückt spielt und immer gigantischere Essensmengen, Spaghetti-Tornados, Steakhagelschauer, ausgekochte Rohkost und andere eigensinnig handelnde Nahrungsmittel ausspuckt.
Was im Kino nicht zuletzt dank des gelungenen Einsatzes der 3-D-Technik ein feiner Unterhaltungshappen für Animationsgourmets ist, erweist sich auf PC und Konsolen als spielerisches Fastfood aus der Action-Adventure-Konserve. Mit einem wachsenden und ausbaubaren Arsenal von Flints Erfindungen stochert, schneidet, würfelt, schmilzt und saugt sich der Spieler durch die rund 20 kunterbunten, eng abgesteckten Level, in denen ihm feurige Chili-Seen, kopflose Brathähnchen und aggressive Speiseeismänner das Heldenleben schwer machen. Buchstäblich affig: Dank Coop-Modus darf sich jederzeit ein Freund zuschalten und die Kontrolle über Flints prima Primatenkumpel Steve übernehmen.
Leider wiederholen sich die ersten Appetizer-Aufgaben sehr schnell und dürften auch absolute Beginner nicht überfordern. Allenfalls das Sammeln von bestimmten Nahrungsmitteln und sogenannten Hydronen hält bei der Stange, um in Flints Labor, Ausgangspunkt aller Ausflüge ins Schlaraffenland, den Flux-Zerschmelzer, den Laser-Schnetzler, den Teleskop-Gabelkurbler und Co. aufzurüsten und vielleicht sogar Flints ultimative Erfindung freizuschalten, die den finalen Bosskampf noch leichter macht als er ohnehin schon ist ...
Grafisch ist "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" nicht gerade ein Leckerbissen und auf nahezu allen Systemen identisch. Viel schwerer als die detailarmen Level und Gegner liegt Spielern jedoch die fade Inszenierung der Geschichte im Magen. Die wird allenfalls in pixeligen Sequenzen mit Retrocharme vorangetragen. Szenen aus dem Film sucht man jedoch vergebens. Immerhin: Die Musikuntermalung stammt direkt aus der Vorlage, kann aber nicht darüber hinwegtrösten, dass das Game kaum umfangreicher ist als der Film: Nach drei, vier Stunden flimmert der Abspann über den Schirm. Fastfood eben.
© Teleschau - der mediendienst
Spiele-Fakten | ||
| Veröffentlichungsdatum | 21.01.2009 | |
| FSK | ab 6 Jahren | |
| Systeme | PC, Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360 | |
| Hersteller / Vertrieb | Ubisoft | |
| Multiplayer | 1-2 | |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger | |
| Preis | ||
Bewertung | ||
| Grafik | 6 (von 10 Punkten) | |
| Sound | 6 (von 10 Punkten) | |
| Steuerung | 6 (von 10 Punkten) | |
| Spielspass | 6 (von 10 Punkten) | |
| Gesamt | 6 (von 10 Punkten) | |










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