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23. Mai 2012
30. April 2010 | 17:20 Uhr
Kino, Comic und Krawall

Iron Man 2

Ein Fall für die Altmetall-Sammlung? Nein, das nicht. Aber so unterhaltsam wie der Kinofilm "Iron Man 2" ist das gleichnamige Videospiel von Sega nicht geraten. Man muss schon einen eisernen Willen haben, um das Ende zu erleben.

Eigentlich hätte man erwarten können, dass sich Sega die Kritik am Vorgänger zu Herzen nimmt und beim zweiten Anlauf ein erstklassiges Action-Spiel zur Weltverbesserungsmaschine "Iron Man" abliefert. Doch die "Diesmal wird alles besser"-Beteuerungen der PR-Abteilung erwiesen sich als ebenso voreilig wie der Abschluss der Programmierarbeiten. Auch "Iron Man 2" strotzt vor kleinen Ungereimtheiten und großen Fehlern.

Vom trockenen Humor und der Ironie, die den Film auszeichnen, blieb im Spiel nicht mehr viel übrig - weder in den gerenderten Zwischensequenzen noch im eigentlichen Geschehen. Stattdessen geben Iron Man und sein chrom-glänzender Partner War Machine in der bedauernswert schlecht synchronisierten deutschen Version reichlich Blech von sich, während sie Panzer, Hubschrauber, Roboter und gewaltige Geschützplattformen im Akkord zu Altmetall verwandeln.

Die Möglichkeiten zur Zerstörung werden im Spielverlauf immer vielfältiger - je nachdem, wie sehr man sich in Tony Starks alias Iron Mans Waffenlabor austobt, neues Kriegsgerät erforscht und dieses in immer neuere Anzugs-Versionen integriert. Ein Herausforderung für Tüftler, ein unübersichtliches Unterfangen für alle anderen, die versuchen, in diesem Technikbaukasten irgendwie den Überblick zu bewahren.

Die für die Forschung benötigten Punkte gibt's jeweils am Ende der Missionen, die sich kaum am Film, dafür aber umso mehr an einer Geschichte aus der Feder des Marvel-Comic-Schreibers Matt Fraction ("Invincible Iron Man") orientieren. Die Story wartet nicht nur mit bösen Russen und konkurrierenden Waffenfirmen auf, sondern konfrontiert die Tugendmaschine Iron Man auch mit besonders garstigen Schurken wie Crimson Dynamo oder dem gigantischen Roboter Ultimo, dessen Künstliche Intelligenz auf Zerstörung programmiert ist.

Das Pimp-my-Suit-Feature ist bitter nötig, um gegen das versammelte Böse zu bestehen - noch wichtiger ist jedoch, sich mit der vertrackten Steuerung anfreunden. Die erlaubt zwar nach etwas Einarbeitungszeit coole Manöver zu Lande und in der Luft, ist allerdings ziemlich unpräzise und nervös geraten. Negativer Höhepunkt: der Flug durch einen Lüftungsschacht, um in "Star Wars"-Manier vor einer gewaltigen Explosionsdruckwelle zu fliehen. Alle paar Meter bleibt man hängen, von Dynamik keine Spur.

Und auch grafisch hat die "Iron Man 2"-Engine schon etwas Patina angesetzt. Einerseits ermöglicht sie die Darstellung größerer Gebiete, die sich frei begehen und befliegen lassen. Der Preis dafür sind jedoch mitunter karge Texturen und maue Effekte. Auch die Kameraführung hat zuweilen ihre liebe Not, das Geschehen einzufangen, wenn Iron Man und War Machine von allen Seiten beharkt werden.

Einen eisernen Willen brauchen also all jene, die bis zum Finale durchhalten wollen. Belohnt werden die Mühen jedoch kaum. Weniger Geduld bewies Sega selbst. Nach der Fertigstellung des Spiels wurde das verantwortliche Team entlassen.

© Teleschau - der mediendienst

Spiele-Fakten

Veröffentlichungsdatum   30.04.2010
FSK   ab 12 Jahren
Systeme   Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360
Hersteller / Vertrieb   Sega
Multiplayer   nein
Schwierigkeit   Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Preis  

Bewertung

Grafik   6 (von 10 Punkten)
Sound   4 (von 10 Punkten)
Steuerung   6 (von 10 Punkten)
Spielspass   6 (von 10 Punkten)
Gesamt   6 (von 10 Punkten)
 

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